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Aller Anfang ist schwer, denn mit dem Studium ist viel mehr verbunden als die Wahl des richtigen Faches. Mit dem Studium beginnt ein neuer Lebensabschnitt, der alles durcheinanderwirbelt, was man bisher kannte. Du ziehst von daheim aus, triffst neue Leute und schmeißt Deinen eigenen Haushalt. Und das Studium selbst setzt neue Herausforderungen oben drauf. Zum Beispiel das Fach zu verstehen oder eine Struktur für sich selbst zu entwickeln. Denn an der Hochschule kümmert es keinen, ob Du es schaffst, Dich selbst zu organisieren. Von jetzt an bist Du wirklich ganz auf Dich allein gestellt. Das ist einerseits sehr schön, denn Du wirst erwachsen. Andererseits treten immer wieder Probleme auf, die auch überfordern können.

Deshalb stellen wir Dir in diesem Blogeintrag sieben Tipps zum Thema Selbstorganisation im Studium vor. Darauf kannst Du achten und typische Probleme vermeiden:

Finde heraus, wie Dein Fach „tickt“

Studierst Du ein Fach mit vielen Klausuren und hohem Lern- und Auswendiglernanteil? Oder bestehen Deine Studieninhalte hauptsächlich aus Schreiben von Hausarbeiten und Halten von Referaten? Ersteres ist typisch für Medizin, Jura, MINT-Fächer und zum Teil gilt es auch für Fächer wie Wirtschaftswissenschaften und Psychologie. Viel gelesen und geschrieben hingegen wird meist in geistes- und sozialwissenschaftlichen Studiengängen.

Trifft ersteres zu, ist es wichtig, sich mit Lerntechniken zu beschäftigen, die es Dir ermöglichen, viel zu lernen und zu behalten. Die Tagesstruktur ist idealerweise so ausgerichtet, dass regelmäßiges Lernen und Wiederholen möglich ist. Prüfungszeiträume werden berücksichtigt und sind frei von Ablenkungen. Die besten Lerntipps für Studenten könnten Dir auch weiterhelfen.

Im zweiten Fall ist es sinnvoll, sich mit dem Schreiben selbst auseinanderzusetzen. Hilfe dazu gibt es durch Leitfäden zu wissenschaftlichem Schreiben an Deiner Fakultät, bei der Schreibberatung und natürlich auch bei Deinen Professoren. Nützliche Tipps finden sich auch im Internet und in der Ratgeberliteratur rund um das wissenschaftliche Schreiben.

Die eigenen Vorlieben erkennen und nutzen

Damit ist gemeint, dass es unsinnig ist, gegen sich selbst zu arbeiten. Wenn Du zum Beispiel ein typischer Morgenmuffel bist, dann kannst Du Dir jahrelang vornehmen, mit vermeintlich „preußischer“ Disziplin von morgens bis abends zu lernen – manchmal klappt es, manchmal vielleicht nicht. Denn die persönlichen Vorlieben kann man nur schwer überwinden. Stattdessen ist es hilfreicher, sich über diese Vorlieben klarzuwerden und sie für sich selbst zu nutzen. Wenn Du ein Morgenmuffel bist, dann gönne Dir die Zeit morgens und genieße sie ohne Schuldgefühle. Wenn Du für das Schreiben sozialen Druck brauchst, dann such Dir als Motivation einen Kommilitonen, der ebenfalls an einer Hausarbeit schreibt. Oder schicke einem Freund oder Elternteil Statusberichte über den Fortschritt Deiner Prüfungsvorbereitungen oder Deiner Hausarbeit.

Identifiziere jene Aktivitäten und Vorlieben, die Dir das Lernen erleichtern anstatt schablonenartig eine bestimmte Idealvorstellung vom Lernen über den eigenen Studienalltag überzustülpen.

Pausen einplanen

Das Studium ist ein Vollzeitjob, aber anders als viele denken: Es gibt wenig starre Vorgaben und doch ist man als Student ständig mit dem Studium beschäftigt. Das Loslassen fällt schwer, abschalten kann man kaum und viele plagt das schlechte Gewissen, nicht genug für das Studium getan zu haben. Damit das Studium sich nicht auf Dauer zermürbend auf Dich auswirkt, ist es wichtig, bewusst Pausen einzulegen. Pausen, in denen man mal wirklich gar nichts tun und an nichts denken muss. Pausen, die nicht der Studienvorbereitung dienen, sondern nur der Erholung für Dich selbst.

Einen Ausgleich schaffen

Studieren ist eine sehr vergeistigte Angelegenheit. Such Dir Ausgleiche, um dem entgegenzuwirken. Besonders gut tun körperliche Aktivitäten und soziale Kontakte. Sprich: Sport, künstlerische oder musikalische Hobbys, Ehrenämter oder Vereinsarbeit. Aktivitäten außerhalb der Uni und von Zuhause ermöglichen neue Erfahrungen und bringen Dich immer wieder raus aus Deiner Komfortzone.

Das System Hochschule immer mal wieder hinter sich lassen

Irgendwann hat jeder genug vom System Hochschule. Man kennt es in- und auswendig, alles wirkt trübe, erstarrt und wirklichkeitsfremd. Dann ist es Zeit, mal wieder auszubrechen, neue Personen oder alte Freunde zu treffen, über Weihnachten zur Familie zu fahren und nichts zum Lernen mitzunehmen oder einfach in den Urlaub zu fahren, wenn der Geldbeutel es zulässt. Und sei es nur ein Low-budget-Campingurlaub mit Freunden im Allgäu….

Gesundheit und soziale Beziehungen nicht vernachlässigen

Entspanntes Studieren war einmal. Die schlechte Arbeitsmarktsituation und die geänderten Umstände des heutigen Studiensystems haben daran ihren Anteil. Manche Studenten verzichten gar auf eine Beziehung während des Studiums, weil das vermeintlich zu viel Zeit kostet. Andere optimieren über das Studium ihren Lebenslauf und klappern über Bestnoten in Regelstudienzeit bis hin zu einem Semester im Ausland alles ab. So hoffen sie später bei der Bewerbung für einen Job bessere Chancen zu haben. Viele fühlen sich gestresst und die psychologischen Beratungsstellen an den Hochschulen scheinen immer neue Rekorde zu verzeichnen. Auch vom Burnout bei Studenten ist die Rede.

Damit das Studium nicht zu einem permanenten Ringen gegen sich selbst wird, kann man sich fragen, wie viel für einen selbst realistisch ist. Ab wann fühle ich mich überfordert, was ist für mich die Grenze? Kann ich ein bis zwei Semester länger und dafür entspannter studieren? Müssen es vielleicht nicht immer 1er sein, sondern tut es auch mal eine 2 als Note? Von Zeit zu Zeit ist es wichtig, über die eigene Studiensituation, die Gesundheit und die sozialen Kontakte zu reflektieren. Denn kein Studium ist es wert, die eigene Gesundheit zu riskieren oder soziale Beziehungen dauerhaft zu vernachlässigen.

Routinen und Gewohnheiten entwickeln

Auch wenn es schrecklich erwachsen klingt: Es ist tatsächlich sinnvoll, sich Routinen zu eigen zu machen, wie bestimmte Schlafens- und Essenszeiten. Noch „erwachsener“ ist es, diese Routinen auf Lern- oder Schreibphasen, Pausen, Haushalt, Freizeit und Hobbys auszudehnen. Wer Routinen und Gewohnheiten entwickelt, hat damit auch bald eine feste Tagesstruktur, die einen dabei unterstützt, das Studium und dessen Anforderungen gut zu bewältigen.

 

Welche Tipps und Tricks zur Selbstorganisation im Studium oder in der Schule habt Ihr auf Lager? Wie sind Eure Erfahrungen damit?

 

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Rebecca Hummler

Rebecca studiert Soziologie in Nordrhein-Westfalen. Nach unzähligen wissenschaftlichen Hausarbeiten hat sie ihre Leidenschaft für das Schreiben von Blogartikeln entdeckt. Außerdem begeistert sie sich für Musik, Fremdsprachen und Bücher.