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Egal ob Du Dich für eine Arbeitsstelle, ein Praktikum, Deinen Traum-Studiengang, ein Stipendium oder ein Auslandssemester bewirbst – fast immer wird ein Bewerbungsschreiben oder Motivationsschreiben gefordert. Heute wollen wir Dir einige Tipps für das perfekte Bewerbungsanschreiben an die Hand geben: Wie baust Du Dein Anschreiben auf? Welche Informationen dürfen auf keinen Fall fehlen? Wie kannst Du es persönlich gestalten? Der Fokus wird darauf liegen, wie Du Dich für einen Job bei einem Unternehmen bewerben kannst. Wir zeigen Dir wie Du Personaler mit Deinem Anschreiben überzeugst und eine Einladung zum Vorstellungsgespräch erhältst. Davon ausgehend kannst Du die Inhalte auch ganz einfach auf eine Bewerbung für ein Studium, Auslandssemester oder einen ähnlichen Abschnitt Deiner Karriere übertragen.

Layout und Struktur des Anschreibens

Der Aufbau eines Bewerbungsschreibens ist formal immer gleich. Als Briefkopf gibst Du Deine Adresse und Kontaktdaten (E-Mailadresse und Telefonnummer) und die Adresse des Unternehmens an, bei dem Du Dich bewirbst. Auch Datum und Ort, sowie eine Betreffzeile dürfen nicht fehlen. Wenn Du diesen Briefkopf erstellt hast, kannst Du mit dem Schreiben des eigentlichen Textes beginnen. Achte dabei auf die Länge Deines Anschreibens: Wenn es nicht anders gefordert ist, sollte das Schreiben ein bis zwei DIN A4-Seiten lang sein – im Idealfall füllst Du genau eine Seite. Alle Bewerbungsunterlagen, wie zum Beispiel Deinen Lebenslauf und Nachweise zu Qualifikationen, sollten ganz unten am Anschreiben aufgezählt werden.

Die Einleitung

Bereits im Einleitungssatz gilt es zu überzeugen und Fehler zu vermeiden. Hier findest Du gute Beispiele, Vorlagen und Muster. Du beginnst Dein Anschreiben wie einen Brief mit einer Anrede. Allgemein kannst Du schreiben „Sehr geehrte Damen und Herren“. Besser und persönlicher ist es jedoch, wenn Du Dich direkt namentlich an einen Ansprechpartner richtest. Häufig wird dieser bei Ausschreibungen für Jobs genannt. Wenn nicht, kannst Du auch Kontakt mit dem Unternehmen aufnehmen und fragen, an wen Du Deine Bewerbung richten darfst. Damit zeigst Du zugleich Engagement und Interesse an der Stelle.

Deinen Text kannst Du mit der Formel „Hiermit bewerbe ich mich um die Stelle als …“ beginnen. Achte hier darauf, die Konjunktiv-Form („Hiermit würde ich mich gerne … bewerben“) zu vermeiden. Auf den ersten Blick wirkt der Konjunktiv vielleicht höflicher, aber eigentlich signalisiert er Unsicherheit und entspricht nicht den Tatsachen, denn: Du würdest Dich nicht eventuell gerne bewerben wollen, sondern Du bewirbst Dich!

Außerdem solltest Du hier angeben, wo Du auf die Stellenanzeige gestoßen bist (z.B. auf der Website oder Facebook-Page des Unternehmens oder in einem Job-Portal). Wenn Du bereits bei dem zuständigen Personaler angerufen hast, um ein paar Fragen zu dem Job zu stellen, dann solltest Du in Deiner Bewerbung unbedingt darauf Bezug nehmen. Dies ist nicht nur hilfreich für Dein Bewerbungsschreiben, denn in der Regel ist der zuständige Mitarbeiter auch beim Vorstellungsgespräch dabei. So ist es doppelt wichtig gut in Erinnerung zu bleiben.

Stelle Dich vor

Zunächst solltest Du Dich selbst, Deinen Werdegang und Deine Interessen vorstellen. Welche Ausbildung hast Du gemacht? Was studierst Du oder hast Du studiert? Hier kannst Du auch einzelne Aspekte hervorheben, zum Beispiel Seminare, die Dich besonders interessiert haben und die dementsprechend gut benotet worden sind. Oder Workshops, in denen Du bestimmte Kompetenzen erlangt hast, die in der Stellenausschreibung gefordert werden. Während Du die allgemeinen Fakten über Dein Studium in jedem Anschreiben wiederverwenden kannst, bietet es sich bei den detaillierteren Informationen an, sie auf die jeweilige Stellenanzeige und damit auf das jeweilige Unternehmen zuzuschneiden und anzupassen. Damit zeigst Du, dass Du Dich mit den Inhalten und der Philosophie des Unternehmens auseinandergesetzt hast und dass Du überzeugt bist, das passende Profil für die Stelle zu besitzen.

In einem weiteren Abschnitt kannst Du nun stärker berufsbezogen werden: Hast Du bereits (erste) berufliche Erfahrungen gesammelt? Wieso interessiert Dich ein bestimmtes berufliches Feld? Gerade beim ersten Job nach dem Studium und einem noch sehr kurzen Lebenslauf ist es wichtig seine besten Qualifikationen in der Bewerbung bereits im Anschreiben zu betonen.

Warum bewirbst Du Dich bei diesem Unternehmen?

Anknüpfend an Deine letzten Sätze kannst Du nun einen stärkeren Bezug zu dem Unternehmen, bei dem Du Dich bewirbst, herstellen. Dabei kannst Du die Frage, warum Du Dich gerade bei diesem bestimmten Unternehmen bewirbst, aus zwei Perspektiven beleuchten. Zum einen solltest Du herausstellen, warum Du der geeignete Kandidat oder die geeignete Kandidatin für diesen Job bist und wie das Unternehmen von Dir profitieren kann. Auf der anderen Seite kannst Du auch darauf eingehen, welchen Mehrwert das Unternehmen Dir bietet. Besonders in diesem Abschnitt kannst Du einige Keywords aus der Stellenanzeige anbauen. So zeigst Du, dass Du die Beschreibung der Stelle gelesen hast und Du den Anforderungen entsprichst.

Die Schlussformel

Zu guter Letzt folgt eine abschließende Bekräftigung und Handlungsaufforderung. „Über eine Einladung zu einem persönlichen Gespräch freue ich mich sehr.“ Hier gilt das Gleiche wie in der Einleitung: Vermeide den Konjunktiv („Über eine Einladung zum Vorstellungsgespräch würde ich mich freuen“). Nach der Schlussformel gehört in ein Anschreiben noch das klassische “Mit freundlichen Grüßen” oder auch “Beste Grüße”. “Hochachtungsvoll” oder “Herzlichst” passt hier eher nicht. Anschließend noch die eigenhändige Unterschrift nicht vergessen. Ausgedruckte Unterschriften sehen Personaler nicht gerne in einer Bewerbung. Ein Fehler den Ihr einfach vermeiden könnt. Übrigens: Das gilt natürlich auch für den Lebenslauf in Deiner Bewerbung.

Bewerbungsanschreiben mal anders

Es muss übrigens nicht immer das klassische Anschreiben sein. Gerade wenn Du in einem kreativen Beruf tätig sein willst, sind alternative Formen der Bewerbung gerne gesehen und manchmal auch gefordert. Du könntest zum Beispiel statt eines förmlichen Bewerbungsanschreibens ein eher freies Essay verfassen. Oder Du wendest Dich ganz von der Form des Textes ab und drehst ein kleines Bewerbungs-Video. Damit stichst Du auf alle Fälle aus der Masse der anderen Bewerberinnen und Bewerber hervor! Aber nicht vergessen alle Bewerbungsunterlagen auch im Anschreiben zu erwähnen.

Wo findest Du weitere Tipps?

Du bist auf der Suche nach weiteren Tipps für die perfekte Bewerbung? Dann schau mal in unserem Studibuch-Shop vorbei – dort findest Du zahlreiche Ratgeber für Bewerbungen jeder Art! Weitere Bewerbungstipps findest Du regelmäßig in unserem Blog. Kennst Du schon unseren Beitrag zum Bewerben ohne Berufserfahrung? Dort haben wir einige Tipps zusammengefasst wie Du Bewerbungsanschreiben und Lebenslauf auch für schwierige Personaler am besten vorbereiten kannst. Oder schau doch mal auf unserer eigenen Karriere Seite vorbei. Dort kannst Du unsere neusten Job Ausschreibungen finden.

Wenn Du noch Fragen hast, stelle sie uns gern in den Kommentaren oder teile Deine Karriere Erfahrungen mit uns. Wir freuen uns über alle Beispiele und Tipps rund um das Thema Bewerbung, Lebenslauf und Vorstellungsgespräch.

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Franziska Saur

Franziska Saur

Studentin und Autorin bei Vom Buch zum Blog
Franziska studiert germanistische Sprachwissenschaften im Master an der Universität Heidelberg und beschäftigt sich auch auf Ihrem eigenen Blog mit ähnlichen Themen.
Franziska Saur