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Beim Gedanken an ein Vorstellungsgespräch bekommen die meisten von uns schwitzige Hände und Angstzustände. Doch wer überhaupt zum Bewerbungsgespräch eingeladen wird, hat mit seiner schriftlichen Bewerbung schon mal einen guten ersten Eindruck hinterlassen. Ein erfolgreiches Vorstellungsgespräch ist dafür da, um herauszufinden, ob Du ins Unternehmen passt. Im Gespräch geht es eher um Deine Person, statt um Fachwissen. Denn dieses sollte durch Deine Bewerbungsunterlagen größtenteils geklärt sein. Man möchte Dich kennenlernen! Wie Du Dein Vorstellungsgespräch rockst, zeigen wir Dir!

Das wichtigste ist: Gute Vorbereitung

Was eigentlich ganz selbstverständlich klingt, ist es für viele gar nicht. Wenn Du Dich gut auf das Vorstellungsgespräch vorbereitest, bist Du dem Großteil der anderen Bewerber schon um Längen voraus.

Dazu zählt, dass Du Dich ausgiebig über das Unternehmen informierst – im Internet, in der Zeitung oder bei Bekannten. Bei großen Unternehmen ist es gut, den Namen des Vorstandsvorsitzenden und das Mitglied, welches für Deinen Bereich zuständig ist, zu kennen. Un einen guten Eindruck zu hinterlassen, solltest Du wissen, wer Geschäftsführer ist, wann das Unternehmen gegründet wurde und natürlich, was es überhaupt macht.

Außerdem solltest Du vor dem Bewerbungsgespräch mindestens drei Deiner Stärken ausformulieren. Beachte dabei diese drei Schritte:

  1. Was ist Deine Stärke?
  2. Wo hast Du diese Stärke unter Beweis gestellt?
  3. Was ist der Nutzen für Deinen neuen Arbeitgeber?

Das Auftreten

Besonders wichtig ist Dein Auftreten während des Gespräches. Personaler sind meist sehr geübt darin die unbewusste Körpersprache der Bewerber zu deuten. Versuche ruhig zu bleiben und langsam zu atmen. Es ist kein Fehler oder gar Weltuntergang, wenn Deine Stimme mal zittert! Auch Personaler wissen, dass Du nervös bist. Das ist ganz normal und sollte Dich nicht aus dem Konzept bringen. Versuche trotzdem, selbstbewusst zu wirken – jedoch niemals überheblich! Die Geheimwaffe ist lächeln! Schaue Deinem Gesprächspartner in die Augen – oder wenn es Dich nervös macht, genau zwischen die Augen 😉. Dein Gesprächspartner hat so das Gefühl, Du würdest ihm direkt in die Augen schauen und Du kannst Dich durch diesen kleinen Trick besser konzentrieren. Das macht einen guten Eindruck. Wenn Du mit Deiner Antwort fertig bist, dann lächle einfach. Lass Dich nicht verunsichern, wenn kurze Stille aufkommt. Viele machen den Fehler in diesen Pausen noch Dinge hinzuzufügen. Stattdessen kannst Du so etwas sagen wie: „Von meiner Seite war es das, wollen Sie noch etwas Bestimmtes wissen?“ Solche typischen Situationen aus einem Bewerbungsgespräch lassen sich gut mit Freunden üben.

Die Kleidung

Lieber etwas zu viel, als etwas zu wenig. Das macht immer einen besseren Eindruck, da so deutlich wird, dass Du den Job Ernst nimmst und Dir Gedanken machst. Vor dem Vorstellungsgespräch solltest Du Dich aber nach der Unternehmenskultur erkunden und abwägen, was passen könnte. Viele machen den Fehler sich für das Bewerbungsgespräch neu einzukleiden. Erfahrenen Personalern fällt es auf, wenn der Bewerber mit nicht eingetragenen Schuhen kommt. Besonders, wenn diese noch dazu unbequem sind. Versucht Euch nicht zu verstellen. Immerhin solltet Ihr Euch in dem gewählten Outfit künftig jeden Arbeitstag wohl fühlen. Holt Euch zum richtigen Outfit Tipps von Euren Freunden. Die weiten meist am Besten was zu Euch passt und was nicht.

Todsünden im Bewerbungsgespräch

Auch wenn jedes Vorstellungsgespräch anders ist, so gilt es doch bestimmt Fehler zu vermeiden. Hier sind ein paar Tipps für die perfekte Vorbereitung:

  • Passivität! Es ist ein Gespräch und kein Monolog. Versuche, viele Fragen zu stellen. Das hilft Dir, einzuschätzen, ob die Stelle zu Dir passt und die Personaler merken, dass Du neugierig, interessiert und reflektiert bist.
  • Unpünktlichkeit. Bei größeren Unternehmen solltest Du bedenken, dass der Weg im Unternehmen auch Zeit in Anspruch nimmt. Sei also rechtzeitig da!
  • Ausweichende Antworten. Erfahrene Personaler merken, wenn jemand lügt. Sei also einfach ehrlich und stehe zu Dir, Deinen Entscheidungen und Fehlern.
  • „Ich brauche eine schnelle Rückmeldung, ich habe noch andere Angebote und muss mich bis nächste Woche entschieden haben!“ – Ja, schön! Dann nimm doch das andere Angebot!
  • Nervöses Gezappel. Jeder weiß, dass Du nervös bist. Trotzdem kann man Dir schlecht zuhören, wenn Du permanent an Deinen Haaren zwirbelst oder mit dem Bein wippst. Auch wenn Du Dich zusammenreißen musst, versuche ruhige Bewegungen zu machen und nicht nervös auf Deinem Stuhl herumzurutschen. Leichter gesagt als getan, aber mit der Zeit wird es Dir leichter fallen.

Erfolgreiches Vorstellungsgespräch

Das eigentliche Gespräch gliedert sich in mehrere Phasen. Es beginnt mit der Begrüßung und dem Warm Up. Deine Gegenüber stellen sich Dir vor. In dieser Zeit kannst Du gedanklich ankommen, etwas trinken und versuchen, Dich zu entspannen.

Danach wirst Du gebeten, Dich vorzustellen. Bete dabei nicht einfach Deinen Lebenslauf runter, denn den haben alle gelesen! Erzähle die Dinge, dich dort nicht deutlich werden. Dabei ist wieder die Vorbereitung entscheidend! Wie bist Du zu Deinem Studienfach gekommen? Welche besonderen Interessen und Neigungen lassen sich im Beruf positiv umsetzen? Wo hast Du bereits Verantwortung übernommen? Welches sind Deine Stärken? Fasse zum Schluss zusammen, warum Dich diese Punkte auf die gestellten Anforderungen für den angebotenen Job qualifizieren.

Wenn es passt, darfst Du auch über Deine Hobbys sprechen. Personaler schließen daraus auf Dein Verhalten und Deine Persönlichkeit. Ehrenamtliche Tätigkeiten, Vereinsleiter oder Kassenwart, all diese Dinge zeigen beispielsweise, dass Du Verantwortung übernehmen kannst. Wenn Du Fußball spielst, zeigt es Deine Teamfähigkeit. Überlege Dir, welches Deiner Hobbys für den Job passende Eigenschaften verkörpert und setze dies ein.

Meistens werden Dir danach Informationen zum Unternehmen und zur ausgeschriebenen Stelle gegeben. Hier ist wichtig, dass Du aktiv zuhörst. Schrecke nicht davor zurück, Dir Notizen zu machen. Es ist schwer, sich in Stresssituationen alle Informationen zu merken.
Es kann vorkommen, dass Du Fragen zum Unternehmen gestellt bekommst, also bereite Dich gut darauf vor. Hier kannst Du mit Wissen überzeugen. Lese die Unternehmenswebsite vorher aufmerksam. Weitere Informationen finden sich bei größeren Unternehmen zum Beispiel auch im Jahresbericht. Lass Dir dabei von Deinen Freunden helfen. Ihr könnt als Vorbereitung diese Situation in einem gespielten Bewerbungsgespräch üben. Das Abfragen durch Freunde kennen viele ja schon aus dem Studium.

Anschließend wird es diverse Fragentypen geben. Da man nie weiß, was genau gefragt wird, ist es wichtig, dass Du bei unerwarteten Fragen ruhig und glaubwürdig agierst. Hier sind einige Beispiele, was gefragt werden könnte:

Situative Fragen

  • Was waren Deine letzten Erfolge/Misserfolge?
  • Was bedeutet Familie und Privatleben für Dich?
  • Was bedeutet Geld für Dich?
  • Warum bist Du der richtige Bewerber für diese Stelle?
  • Was sind Deine Schwächen?

Bei der Frage nach Deinen Schwächen solltest Du Schwächen wählen, die für die ausgeschriebene Position nicht schädlich sind. Schwächen sind nur schlimm, wenn sie stören. Ansonsten steh zu Deinen Schwächen, denn jeder hat welche! Du kannst zwar sagen, dass Du an Deinen Schwächen arbeitest, allerdings gut mit ihnen leben kannst. In der Zeit, die Dir zur Verfügung steht, konzentrierst Du Dich lieber auf Deine Stärken. Und das ist total in Ordnung so.

Fragen zu Beruf und Karriere

  • Was qualifiziert Dich besonders?
  • Was machst Du für Deine Weiterbildung?
  • Welche mittel- und langfristigen Ziele verfolgst Du beruflich?

Wenn Du gerade nach dem Studium in einen Job einsteigen willst, darfst Du ruhig sagen, dass Du erst mal praktische Erfahrungen sammeln möchtest. Alles Weitere wird sich ergeben.

Kritische Fragen

  • Deine wichtigsten Stärken sind …?
  • Warum sollte man gerade Dich einstellen?
  • Würdest Du Dich selbst einstellen? (Hier antwortest Du natürlich mit JA! Denn Du hast all die Stärken, die gefordert werden 😉)
  • Welche Arbeiten fallen Dir schwer?
  • Wie gehst Du mit Stress um?

Skurrile Fragen

Diese sind besonders fies, wenn man nicht darauf vorbereitet ist. Aber sei beruhigt, auf diese Fragen gibt es kein richtig oder falsch. Man möchte nur sehen, wie Du mit ungewöhnlichen Problemen umgehst und diese löst.

  • Wie bekommt man eine Giraffe in den Kühlschrank?
    Beispielantwort: Das kommt ganz darauf an, ob es sich um eine lebende Giraffe handelt, oder um eine Figur, wie groß der Kühlschrank ist usw.
  • Wie würdest Du Deiner Oma Facebook erklären?
    Sollte Deine Oma auf Facebook aktiv sein, dann darfst Du das ruhig sagen. Dem Personaler wird im Zweifel schon noch eine andere App einfallen, bei der Deine Oma nicht angemeldet ist.
  • Wie schwer ist Manhattan?
    Stelle ruhig Gegenfragen wie: „Meinen Sie mit Bauwerken und Menschen?“
  • Wie viele Smarties passen in einen Smart?
    Du musst nicht direkt eine Lösung nennen, aber solltest den Weg zur Lösung aufzeigen.

Fragen, die Du stellen könntest und solltest

  • Was beinhaltet die Aufgabenstellung konkret?
  • Gibt es Weiterbildungsmöglichkeiten?
  • Wie sieht die Unternehmensstruktur aus?
  • Welche Entscheidungsspielräume habe ich?
  • Warum gehen Sie gerne zur Arbeit?

Abschluss

Zum Schluss ist es hilfreich Fristen und Termine zu klären. Du kannst fragen, wann Du mit einer Rückmeldung rechnen kannst und wer zuerst agiert. Bedanke Dich höflich für die Einladung und das gute Gespräch.

Wir hoffen, diese Tipps konnten Dir weiterhelfen und Dich etwas selbstsicherer ins nächste Vorstellungsgespräch gehen lassen! Denke daran: Personaler sind auch nur Menschen. Nervosität ist ganz normal und gute Vorbereitung ist das A und O! Auch ein misslungenes Gespräch kann vorkommen und ist längst kein Weltuntergang. Wir wünschen Dir auf jeden Fall viel Glück bei Deinem nächsten Vorstellungsgespräch und dass Du den richtigen Job für Dich findest.

Berichte uns in den Kommentaren gerne von Deinen Erfahrungen mit Bewerbungsgesprächen. Hast Du gute Tipps gegen Nervosität? Ist ein Gespräch bei Dir schon mal richtig schiefgelaufen? Wir konntest Du bisher in einem Vorstellungsgespräch am besten Überzeugen?

 

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Michelle Schnackenberg

Michelle Schnackenberg

Michelle steckt in den letzten Zügen ihres „irgendwas mit Medien“-Studiums. Ihre Freizeit verbringt sie am liebsten in den Münchener Bergen, an der Nordsee oder mit der Nase in einem guten Buch. Ansonsten ist sie gerne kreativ, zeichnet, fotografiert, näht, musiziert und schreibt.
Michelle Schnackenberg