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Jeder hat schon von „Fairtrade“ gehört und viele Menschen achten darauf, dass sie Kaffee, Bananen oder Schokolade nachhaltig und aus fairem Anbau kaufen. Dass man aber auch in Sachen Bekleidung auf faire Herstellung achten kann, unterschätzen die meisten. Hier spricht man von „Fair Fashion“, also fairer Mode. Wie der Begriff schon sagt, wird diese Kleidung zu fairen und ökologisch korrekten Produktionsbedingungen hergestellt. Im Gegensatz dazu steht „Fast Fashion“, zu der auch die Modemarken C&A, Zara oder Forever21 zählen. Sie produzieren schnelle und billige Mode und präsentieren Dir innerhalb weniger Wochen neue Kollektionen. Doch die schnelle Massenproduktion führt zu unökologischen Praktiken, zum Beispiel zu verstärktem Einsatz von Chemikalien.

Fair Fashion – eine Definition

Was macht Mode jetzt eigentlich fair? Für „Fair Fashion“ sind menschenwürdige Arbeitsbedingungen, wie geregelte Arbeitszeiten, keine Kinderarbeit, faire Löhne und die Vermeidung von gesundheitlichen Schäden wichtig. Leider sind diese Bedingungen noch lange nicht Standard für alle Arbeiter in der Textilbranche.

Im Gegensatz zu Fair Fashion ist Fast Fashion außerdem für die Verwendung giftiger Chemikalien bekannt. Greenpeace veröffentlichte 2012 die Studie „Giftige Garne. Der große Textilien-Test von Greenpeace.“, in der sie 141 Markenartikel aus 20 Modehäusern testeten, darunter von Marken wie Zara, Levi’s und Tommy Hilfiger. Und die Ergebnisse sind erschreckend. In einigen Kleidungsstücken wurde eine hohe Konzentration gesundheitsschädlicher Phthalate entdeckt, die für ihre negative Wirkung auf die Fruchtbarkeit bekannt sind. Außerdem wurden unter anderem krebserregende Amine und Nonylphenole nachgewiesen, welche auch hormonelle Störungen auslösen können. Das ist nicht nur schädlich für die Textilarbeiter, die unsere Kleidung herstellen. Es wirkt sich auch auf die Natur aus, wenn schädliche Chemikalien bei der Herstellung in Flüsse, Meere und das Trinkwasser gelangen.

Wer also neben den Menschen, die diese Kleidung produzieren, auch noch an die Umwelt denken möchte, für den sollte „Green Fashion“ ein weiterer wichtiger Begriff sein. Hier sind nicht nur die fairen Produktionsbedingungen wichtig, sondern auch die Verwendung von nachhaltigen Stoffen. Es werden zertifizierte Bio-Baumwolle, -Seide und -Wolle, Hanf oder Kunstfaser auf Cellulosebasis verwendet. Außerdem wird versucht umweltfreundlichere Alternativen zur Herstellung der Kleidung zu finden, zum Beispiel beim Färben von Jeansstoffen.

Darauf musst Du beim Kauf achten

Wenn Du beim Kauf von Bekleidung die Fair Fashion-, bzw. Green Fashion-Bewegung unterstützen möchtest, musst Du auf ein paar Hinweise achten. Es gibt nämlich eine Vielzahl von Siegeln und Zertifikaten, die auf faire und nachhaltige Produktion deuten. Wichtig ist nur, dass man die seriösen Siegel erkennen kann. Die zentrale Eigenschaft dieser Siegel ist eine unabhängige Kontrollinstanz, die sie vergibt. Sie halten sich an klare Richtlinien und weltweit einheitliche Standards, um glaubhaft einwandfreie, nachhaltige Bedingungen zu schaffen. Achte also beim Shoppen besonders auf diese drei Siegel und Zertifikate und Du kannst die Stücke mit bestem Gewissen kaufen:

  • Fairtrade Siegel: In diesen Kleidungsstücken wird Baumwolle verarbeitet, die zu fairen Preisen gehandelt wird, womit die Arbeits- und Lebensweise der Arbeiter unterstützt werden kann. Besonders werden kleine und mittelgroße landwirtschaftliche Betriebe nachhaltig gefördert. Langfristige Lieferverträge und garantierte Abnahme- und Mindestpreise sind ebenfalls Teil des Siegels.
fairtrade logo

Quelle: fairtrade-deutschland.de

 

  • Fair Wear Foundation: Dieses Siegel setzt sich für verbesserte Arbeitsbedingungen in der Bekleidungsindustrie ein. Es verpflichtet die Mitglieder, für menschenwürdige Arbeitsbedingungen zu sorgen. Diese werden jährlich geprüft. Neben den Bedingungen in den Fabriken legt die Fair Wear Foundation ihr Augenmerk inzwischen auch auf Umweltaspekte und die Arbeitsbedingungen auf den Baumwollfeldern.

Quelle: fairwear.org

 

  • GOTS (Global Organic Textiles Standard): Dieses Zertifikat wird vom internationalen Verband der Naturtextilwirtschaft vergeben. Wenn Du es bei einem Kleidungsstück findest, kannst Du Dir sicher sein, dass wenigstens 70 % der Fasern aus einem Bio-Anbau kommen. Bei der Herstellung wird auch auf bedenkliche Chemikalien verzichtet. Das Produkt wurde von der Anfangsfaser bis zum Endergebnis unter ökologischen und sozial verantwortlichen Bedingungen hergestellt.

Quelle: global-standard.org

 

Nachhaltige Modelabels

Die Nachfrage nach fairer Mode wird auch immer größer. Inzwischen findest Du sowohl online als auch in Geschäften alles von T-Shirts über Sneaker bis hin zu Jeans oder Wintermänteln – natürlich unter fairen Bedingungen produziert. Wir haben Dir fünf Labels rausgesucht, die Wert auf faire und umweltfreundliche Produktion legen. Hier kannst Du das nächste Mal wirklich bedenkenlos einkaufen:

Armedangels

Armedangels zeigen, dass Öko-Mode auch stylisch sein kann. Für ihre Jeans, Shirts, Kleider oder Pullover verwenden sie biologisches und recyceltes Material aus fairem Handel. Sie sind GOTS- und Fairtrade-zertifiziert und Mitglied der Fair Wear Foundation.

Continental Clothing

Continental Clothing vereint mit seinen vier Marken – Continental, EarthPositive, Salvage und FairShare – in ihren T-Shirts und Pullovern alles rund um Fair und Green Fashion. Sie setzen auf existenzsichernde Löhne oder klimafreundliche und umweltschonende Produktion, zum Beispiel durch die Verwendung zertifizierter Baumwolle oder der Nutzung von erneuerbaren Energien. Unter der Marke Salvage findest Du nur Kleidung aus 100 % recycelten Fasern. Das Label Continental Clothing ist unter anderem auch Mitglied in der Fair Wear Foundation.

Bleed

Das Label Bleed zeichnet sich durch ihre unabhängige und grüne Marke aus. Sie verwenden GOTS-zertifizierte Baumwolle oder recycelte Materialien. Außerdem arbeiten sie unter anderem mit PETA zusammen und unterstützen deren Arbeit. Weder Mensch, Tier noch die Natur muss für Kleidung von Bleed herhalten.

Greenality

Greenality hat seine Kleidung früher unter Fairtrade- und GOTS-zertifizierten Bedingungen in Indien hergestellt. Heute liegt die Produktion auch in Deutschland, Kroatien und der Türkei. Durch kürzere Transportwege hinterlässt Bekleidung von Greenality auch einen kleineren CO2-Fußabdruck. Neben der eigenen Marke kannst Du im Onlineshop ebenfalls Kleidung und Sneaker anderer fairer Marken erwerben, wie Armedangels oder Bleed.

Goodsociety

Goodsociety stellt Jeans für Männer und Frauen her. Auch sie verwenden GOTS-zertifizierte Baumwolle. Außerdem sind die Jeans komplett vegan. Die Preise sind zwar etwas höher, allerdings werden 25 % des Gewinns an eine Organisation gespendet, die sich gegen den Menschenhandel einsetzt.

So kannst Du Fair Fashion Mode zusätzlich unterstützen

Greenpeace schlägt am Ende der Studie einige Maßnahmen vor. Zum einen müssen wir uns klar werden, wie viele Kleidungsstücke wir wirklich brauchen. Wir tragen vielleicht 20 % unseres Kleiderschranks. Also erst einmal richtig ausmisten und Platz schaffen für die richtigen Kleidungsstücke. Und achtet beim Kauf auf die wichtigen Siegel und auf Begriffe, wie „bügelfrei“ und „separat waschen“. Das sind kleine Hinweise auf enthaltene Farbstoffe oder chemische Substanzen, die von der Haut aufgenommen werden können. Zu guter Letzt: Werde aktiv! Erzähl Deinen Freunden und Bekannten von Fair Fashion und Green Fashion und unterstütze Kampagnen für faire und nachhaltige Arbeitsprozesse.

Wie ist Deine Meinung zur Fair Fashion-Mode? Oder kennst Du vielleicht noch mehr Marken und Labels, die auf faire Mode setzen? Dann teile uns Deine Erfahrungen in den Kommentaren mit!

 

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Sophia Brodersen

Sophia Brodersen

Sophia hat Publizistik an der Universität Wien studiert und dort ihre Liebe zum Schreiben erweitert. Derweil schreibt sie Beiträge für Studibuch.
Sophia Brodersen