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Du liest täglich Fachtexte. Bereitest Dich auf Seminare vor. Lernst auf schwere Klausuren. Schreibst Hausarbeiten. Du bist Stammkunde in der Unibibliothek. Kurz: Du übst hauptsächlich geistige Tätigkeiten aus. Und das Einzige, das Du neben Deinem Kopf trainierst, ist Dein Sitzfleisch (ok, außer vielleicht in Sportwissenschaften). Das ist der Kernbestandteil des Studiums und das ist erst mal okay. Nur noch geistige Tätigkeiten während des Studiums zu verfolgen, kann aber schnell überfordern und langweilen. Der Kopf bekommt kaum Pausen, der Körper ist auf Stand-by und das Sozialverhalten leidet. Deshalb ist geistiger Ausgleich im Studium unverzichtbar. Hier sind unsere Tipps für Deine Study-Life-Balance:

Rausgehen

Wenn einem das vergeistigte Studium über den Kopf wächst, ist das ein guter Anfang. Ein Spaziergang durch den Wald kann den Kopf klären und den Blick freimachen. Für das, was einem persönlich wichtig ist. Für das, was man schon längst mal wieder machen wollte. Denn mal ehrlich: Wann warst Du das letzte Mal einfach draußen in der Natur? Oder während des Sommers am Baggersee? Wann bist Du das letzte Mal im Winter Schlitten gefahren? Eben. Das ist vermutlich schon eine Weile her. Und genau deshalb tut es gut, einfach mal rauszugehen, sich auf das da draußen einzulassen und Grübeleien mit Frischluft zu vertreiben. Und wenn Du es nicht so mit Wald und Natur hast: Vielleicht gibt es ja eine Ecke in Deiner Stadt, die Du schon längst mal erkunden wolltest?

Mitmenschen treffen

Auch Du hast Kommilitonen, WG-Mitbewohner, Freunde, Familienmitglieder oder Bekannte. Wann hast Du das letzte Mal jemanden getroffen, der Dir wichtig ist und der Dir guttut? Vielleicht kannst Du diese Personen ja regelmäßig treffen oder einfach häufiger und etwas spontaner.

Auch Spieleabende, Jungs- und Mädelsabende bieten sich an. Wie wäre es damit, sich einmal im Monat zu treffen und gemeinsam zu Spaß haben und etwas zu kochen?

Sport machen

Sport ist eine sehr gute Ausgleichsmöglichkeit. Du tust etwas für Deinen Körper und spürst diesen erstmals wieder richtig, während Du sonst nur Deinen Kopf trainierst. Die Sportangebote an der Uni sind eine tolle Gelegenheit, um kostenlos Sport zu machen und mal andere Sportarten auszuprobieren. Ob Zumba, Kampfsport, Schwimmen oder Volleyball – für jeden lässt sich etwas finden. Manche Hochschulen verfügen auch über ein Fitnessstudio. Und selbst für Harry Potter-Fans ist etwas dabei: An einigen Hochschulen gibt es inzwischen Quidditch-Spielgruppen.

Alternativ kannst Du natürlich auch alleine Sport treiben, wie beim Joggen oder Krafttraining. Aber auch mit Freunden lässt sich selbst organisiert Sport treiben, z. B. mit Mannschaftssportarten wie Handball oder lockeren sportlichen Freizeitaktivitäten wie Frisbee und Slacklining.

Engagement in Hochschulgruppen

Die eigene Uni bietet oft viele Möglichkeiten, die vielen Studis kaum bekannt sind. Dabei kann man über Hochschulgruppen spannende Erfahrungen machen. Hast Du schon mal etwas von „Arbeiterkind“, der „Nightline“ oder Mentoringprogrammen für ausländische Studenten gehört? Nein? Die Hochschulinitiative „Arbeiterkind“ unterstützt Studis, die die Ersten in Ihrer Familie sind, die studieren und mit besonderen Problemen zu kämpfen haben, die andere nicht haben. Die „Nightline“ ist ein Zuhörertelefon von Studenten für Studenten.

Bei einem Mentoringprogramm begleitest und unterstützt Du jemanden für längere Zeit persönlich. An einigen Hochschulen kann man beispielsweise über das Auslandsbüro der Hochschule Mentor für einen ausländischen Studenten werden.

Natürlich gibt es auch in der Hochschulpolitik viel zu erleben. Erste Anlaufstelle sind hier die Fachschaften, die immer nach Interessierten suchen. Aber auch im AStA, dem Studierendenparlament und einzelnen politischen Hochschulgruppen kannst Du Dich einbringen. Weder vor noch nach dem Studium besteht ein so einfacher Zugang zu ganz verschiedenen Aktivitäten, Gruppen und Strukturen.

Daher stehen die genannten Hochschulgruppen und Mentoringprogramme nur stellvertretend für die vielen anderen Möglichkeiten, die Du hierzulande an den Hochschulen hast – schau Dich um und nutze sie!

Sich selbst was Gutes tun

Es ist immer wieder sinnvoll, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen und sich dabei etwas Gutes zu tun. Was willst Du schon seit Monaten mal ausprobieren, hast Du aber bisher stets verschoben? Vielleicht willst Du mal wieder ins Kino oder ein Hörbuch hören? Oder in Deiner Heimatstadt gibt es ein Fest, bei dem Du früher oft dabei warst? Manchmal gibt es aber auch nichts Besseres als gemütlich ein heißes Bad zu nehmen oder auf der Couch mit einer heißen Tasse Tee und dem persönlichen Lieblingsbuch zu liegen. Nimm Dir auch mal Zeit für Dich abseits von Studieren und Stress!

Kreative & künstlerisch-musikalische Aktivitäten

Für die Künstler, Musiker und eher handwerklich Orientierten unter uns bieten gerade die kreativ-praktischen Tätigkeiten einen guten Ausgleich zum vergeistigten Studium. Wer vor dem Studium ein Musikinstrument zum Hobby hatte, mag das vielleicht weiterführen bzw. wieder aufnehmen. Auch das Tanzen im Hochschulsport oder das Singen im Uni-Chor bietet Abwechslung. Für die Handwerker und Praktiker kommen typische DIY-Sachen infrage, wie z. B. selbst etwas zusammenzubauen oder zu löten (für alle Unerfahrenen; bitte nicht einfach selbst ausprobieren, sondern von erfahreneren Personen zeigen lassen). Für die künstlerisch Kreativen bieten sich bspw. Zeichnen, Malen, Töpfern, Knüpftechniken (z. B. Makramee), Stricken oder auch Origami an. Selbst etwas hervorzubringen, egal ob musikalisch, künstlerisch oder handwerklich tut nicht nur gut, sondern sorgt auch für den „Flow“ – und ist damit ein schöner Ausgleich.

Was machst Du als Ausgleich zum Studium? Ist Study-Life-Balance ein Thema für Dich? Wir freuen uns immer über Deine Meinung und Tipps!

 

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Rebecca Hummler

Rebecca studiert Soziologie in Nordrhein-Westfalen. Nach unzähligen wissenschaftlichen Hausarbeiten hat sie ihre Leidenschaft für das Schreiben von Blogartikeln entdeckt. Außerdem begeistert sie sich für Musik, Fremdsprachen und Bücher.