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Bewerbungsfotos – wer hat darauf schon wirklich Lust?! Für viele sind sie ein Graus, weil sie sich dabei unsicher fühlen oder glauben, nicht fotogen zu sein. Dabei ist das alles halb so wild, denn mit dem richtigen Fotografen kommt auch ein gutes Foto zustande.

In den letzten Jahren wurde diskutiert, ob Bewerbungsfotos aus Gründen möglicher Diskriminierung weggelassen werden sollten, doch im Moment sind sie noch immer Standard. Wer also gar kein Bewerbungsfoto beilegt, wird womöglich eher aussortiert. Daher sollten gute Bewerbungsfotos grundsätzlich Bestandteil professionellen Bewerbungen sein. 

Doch warum ist ein Bewerbungsfoto heute überhaupt noch so wichtig?

Ein Bewerbungsfoto – egal wie gut oder schlecht – vermittelt dem Personaler den allerersten Eindruck von Dir. Eine bekannte Redewendung lautet ganz passend dazu: „Es gibt niemals eine zweite Chance für den ersten Eindruck.“

Der Wahrheitsgehalt dieser Redewendung ist sogar sozialpsychologisch durch den sogenannten “Halo”-Effekt bestätigt worden. Demnach führt ein erster positiver Eindruck (zum Beispiel durch gute Bewerbungsfotos) dazu, dass der Bewerber und seine Qualifikationen insgesamt positiv eingeschätzt werden. Entsprechend wichtig ist ein professionelles Bewerbungsfoto von Dir!

Das Foto – wofür und für wen?

Bevor Du zur Tat schreitest, ist es wichtig, sich darüber klar zu werden, für wen und wofür das Bewerbungsfoto sein soll.

Also: Für welche Stelle bewirbst Du Dich? Welche Branche? Wie ist die „Mentalität“ in dieser Branche, sprich, geht es dort eher konservativer oder lockerer zu? Willst Du Dich im Sozialbereich bewerben, bei einem Konzern oder einem mittelständischen Unternehmen, einem Start-up oder im Kreativ-Bereich? Eine grobe Übersicht kann Dir dabei helfen:

  • Die „klassischen“ Firmen: Egal ob Großkonzern oder mittelständische Firma; hier geht es konservativer und gediegener zu, entsprechend sollte die Kleidung ausfallen. Einzige Ausnahme: Start-ups. Dort kannst Du ein wenig lockerer und kreativer auftreten.
  • Der Kreativ-Bereich: Werbefirmen, PR-Agenturen oder auch Journalismus. Hier geht es etwas legerer, kreativer und auffälliger zu, was sich auch im Outfit widerspiegeln darf.
  • Der öffentliche Dienst: Im Bewerbungsgespräch hilft auf jeden Fall ein seriöses Auftreten – und so auch auf dem Bewerbungsfoto. Dennoch geht es im öffentlichen Dienst meist etwas familiärer und damit entspannter zu.
  • Der Sozialbereich: Egal ob es um einen Sozialverband, eine Stiftung oder eine NGO geht – hier ist das Finden des richtigen Outfits schwieriger. Denn es darf nicht zu streng und nicht zu locker sein. Die Lösung ist der Mittelweg: Eher keinen Anzug tragen, aber trotzdem angemessen auftreten.

Fazit: Eigentlich ist es gar nicht so schwer. Trotzdem bleibt es manchmal unklar, wie man sich am besten kleidet. Daher bietet es sich an, auf Unternehmens-Webseiten zu recherchieren, wie die Mitarbeiter gekleidet sind. Zusätzlich kannst Du auch zwei verschiedene Fotos von Dir machen lassen – eines mit lockerer Kleidung (zum Beispiel Bluse, Hemd oder ein schickes langärmliges Shirt) und eines mit eleganterer Kleidung (der klassische Business-Anzug). Dann bist Du für alles gerüstet.

Das richtige Outfit

Oberste Regel ist: Du solltest Dich in Deinem Outfit wohlfühlen. Das betrifft alles von der Frisur, über die Schminke, die Kleidung bis hin zu den Schuhen. Nur so kannst Du Dich sowohl im Fotoshooting als auch später im Bewerbungsgespräch entspannt präsentieren.

Männer sind im klassischen Outfit im Zweifelsfall fast immer richtig angezogen, während Frauen zwar mehr Freiheit haben, dadurch aber auch mehr falsch machen können. Prinzipiell gilt, sich zurückhaltend und dezent, aber dennoch gepflegt zu kleiden und zu schminken. Das heißt: keine T-Shirts, keine zu tiefen Ausschnitte, keine verknitterte Kleidung, keine grellen Farben oder besonders hervorstechende Details (auffällig lackierte Fingernägel, opulenter Schmuck, Piercings etc.).

Auch wenn die Kleidung weitestgehend vorgegeben ist, ist es am besten, für sich passende Kleidungsstücke zu wählen, die die eigene Person angemessen darstellen. Wer sich also gerne in Szene setzt, kann sich auch im etwas gehobeneren, auffälligeren Stil kleiden. Wer es eher unauffällig mag, kann stets die etwas unaufälligere Variante von Oberteilen, Hosen oder Schuhen (zum Beispiel Schuhe ohne Absatz) wählen.

Schau Dir doch einfach mal ein paar Beispielbilder gelungener Outfits an.

Ganz wichtig: Das Outfit solltest Du bereits fertig beisammen haben, bevor Du Dich an einen Fotografen wendest. Dann ersparst Du Dir unnötigen Stress, falls Du schon einen Termin hast, Dir aber noch das halbe Outfit fehlt…

Ein kleiner Tipp noch zu den Haaren: Lass sie Dir bitte nicht kurz vorher schneiden. Probiert man einen ganz neuen Haarschnitt an sich aus, ist man dann oft eher verunsichert und fühlt sich so beim Fotografieren nicht wohl. Der Haarschnitt sollte also mindestens zwei bis drei Wochen zurückliegen. Dann sieht der Schnitt erstens nicht mehr aus wie ganz frisch geschnitten und zweitens hast Du Dich dann bereits an den Haarschnitt gewöhnt.

Den richtigen Fotografen finden

Wie so oft im Leben gilt auch bei einem Fotografen: Billig kaufen bedeutet zweimal kaufen. Oder noch schlimmer: Das Bewerbungsfoto trägt zu einem schlechten Eindruck und im schlimmsten Fall zur Absage bei.

Doch wer ist denn nun der richtige Fotograf für ein professionelles Bewerbungsfoto? Die meisten Fotografen werden eine Webseite haben und auf dieser ihre Beispielfotos für Bewerbungen präsentieren. Schau sie Dir genau an:

  • Ist der Hintergrund farbig (also nicht nur weiß)?
  • Sind die Fotos Porträtaufnahmen (nicht: Ganzkörper-Aufnahmen)?
  • Ist die Ausleuchtung gut (keine Schatten in der Gesichtspartie)?
  • Sind die Abgelichteten frontal oder leicht seitlich aufgenommen worden?
  • Werden verschiedene Perspektiven und leicht abgewandelte Körperhaltungen gezeigt?

Fotos sind das Kapital eines Fotografen. Wer hier keine guten Bilder vorzuweisen hat, wird vermutlich auch von Dir kein gutes machen. Daneben können Dir auch die Referenzen einen Hinweis darauf geben, ob es sich um einen guten Fotografen handelt.

Für richtig gute Bewerbungsfotos bezahlt man auch etwas. Die Kosten dafür liegen im Schnitt bei etwa 40 bis 60 Euro. Der Fotograf klärt Dich üblicherweise bereits auf seiner Webseite über die genauen Kosten auf, über die veranschlagte Zeit für die Fotosession, darüber ob Nachbearbeitungen enthalten sind, in welchen Formaten die Fotos verfügbar sind und ob Du sie zusätzlich in Form einer Daten-CD für Online-Bewerbungen erhältst.

Nervosität mit ein bisschen Übung kontern

Wer sich nicht gerne fotografieren lässt, kann einen Teil des Fototermins vorwegnehmen und zum Beispiel Gesichtsausdruck und Körperhaltung „einüben“. Wer sich dabei selbst laienhaft fotografiert oder fotografieren lässt, kann zumindest mal prüfen, wie er selbst auf den Fotos wirkt. Ziel ist dabei immer ein möglichst authentisches leichtes Lächeln (ganz wichtig: die Augen müssen „mitlachen“) und ein wacher, aber sympathischer Blick.

Wie auch später in der richtigen Fotosession, wirst Du feststellen, dass der größte Teil der Bilder weg kann, es aber dennoch ein bis zwei gute Fotos gibt. Weitere Tipps zur Vorbereitung findest Du hier.

Vor dem Fotoshooting

Egal ob Du mit dem ÖPNV oder mit dem Auto zu Deinem Fotoshooting fährst: Plane genug Zeit ein! Ähnlich wie bei einem Bewerbungsgespräch solltest Du mindestens 15 bis 30 Minuten vorher da sein. Es kann immer zu Verspätungen kommen und vielleicht willst Du vorher noch einmal schnell in den Spiegel schauen.

Auch mit dem Wetter musst Du rechnen. Wer mit Regen konfrontiert ist, braucht Zeit, um sich gut einzupacken und sich nicht die Bewerbungskleidung zu versauen.

Im Fotoshooting

Jetzt ist es endlich so weit. Der Fotograf wird Dich zunächst erst einmal fragen, worauf Du Dich bewerben willst und welche Branche für Dich infrage kommt. Außerdem gibt er Dir Tipps, beispielsweise korrigiert er Deine Körperhaltung für das Foto, achtet auf das Haar, Knitterfalten der Kleidung und vieles weitere. Er fotografiert Dich aus verschiedenen Perspektiven und Haltungen, um am Ende aus vielen Fotos das eine richtig gute Bewerbungsfoto mit Dir gemeinsam herauszufiltern.

Während des Fotografierens kannst Du an etwas Schönes denken, bspw. an einen bevorstehenden Urlaub, das Ende Deines harten Studiums und alles, was Dir sonst noch ein Lächeln entlockt. Anschließend bearbeitet der Fotograf das Foto nach und Du kannst die Bewerbungsbilder nach ein paar Tagen abholen.

Meist kannst Du bei der Auswahl auch zwischen verschiedenen Formaten wählen. Bewerbungsbilder mit breiterem Format (bis zu 6,5 x 10 cm) lassen sich auf einem eigens gestalteten Deckblatt Deiner Bewerbung verwenden, Bilder mit kleinerem Format (5 x 7 cm) gehören in den Lebenslauf.

 

Wir hoffen, dass Dir die Infos weiterhelfen und wünschen Dir viel Erfolg mit Deinen Bewerbungsfotos!

 

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Rebecca Hummler

Rebecca studiert Soziologie in Nordrhein-Westfalen. Nach unzähligen wissenschaftlichen Hausarbeiten hat sie ihre Leidenschaft für das Schreiben von Blogartikeln entdeckt. Außerdem begeistert sie sich für Musik, Fremdsprachen und Bücher.