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Wir leben in einer Gesellschaft des Konsums und Überflusses. Die Werbung erzählt uns, dass wir nur durch den Konsum von Dingen glücklich werden. Doch eigentlich ist es nicht der neueste Fummel von der Stange oder das aktuellste Smartphone, was uns langfristig glücklich macht. Es sind die Erfahrungen und schönen Momente, die unser Leben lebenswert machen. Genau genommen wissen wir das alle auch. Also warum nicht mal über mehr Minimalismus im Leben nachdenken?

Minimalismus – Was genau bedeutet das?

Viele Menschen setzen Minimalismus irrtümlicher Weise mit Verzicht gleich. Minimalistisch zu leben bedeutet aber nicht, auf alles zu verzichten. Es geht vielmehr darum, Dich auf das zurückzubesinnen, was Dir ganz persönlich wichtig ist und Dich glücklich macht. So kann Minimalismus ganz verschiedene individuelle Formen annehmen. Dennoch geht es darum, sich von Ballast zu befreien. Dazu zählt neben materiellem Ballast auch der emotionale.
Setze Dich aber nicht unter Druck und befreie Dich in kleinen Schritten von Dingen. Dabei können Dir die Tipps in unserem 14-Tage-Plan zum Minimalismus helfen.

Welche Vorteile hat Minimalismus?

  • Du wirst eine Menge Geld sparen, da Du nicht mehr so viel einkaufst und gründlicher über Deine Kaufentscheidungen nachdenkst. Du kaufst nur noch, was Du WIRKLICH brauchst.
  • Dir steht mehr Zeit zur Verfügung: Du gehst nicht mehr „Frust-Shoppen“ und brauchst beim Aufräumen nicht mehr so lange, da nichts Unnötiges durch die Gegend fliegt und alles seinen Platz hat.
  • Du wirst ausgeglichener.
  • Weniger Konsum heißt auch weniger Müll! Mehr Infos zum Thema Zero Waste gibts übrigens hier.
  • Minimalismus im Leben steigert Deine Wertschätzung alltäglicher Dinge.

Der Anfang

Wichtig ist, dass Du Dir überlegst, was genau Du ändern möchtest. Was stört Dich gerade an Deinem Lebensstil? Warum möchtest Du überhaupt minimalistischer leben? Werde Dir Deiner Ziele bewusst! Setze Dich nicht unter Druck. Minimalismus ist kein Wettbewerb, wo es darum geht, möglichst wenig zu besitzen. Gehe langsam vor und werfe nicht unüberlegt alles auf einmal weg.

Los geht’s!

Wenn Du bereit bist, aber noch nicht genau weißt, wie Du am besten vorgehen sollst, dann ist unser 14-Tage-Plan zum Minimalismus eine einfache Methode: Wir nehmen uns jeden Tag eine Kategorie vor und kümmern uns nur um sie. So wird die Umstellung nicht zu hart, Du kannst Dich langsam,bewusst und nachhaltig umgewöhnen. Kurzschlussreaktionen nach dem Motto „Alles muss weg“ bleiben so aus. Hier findest Du noch die passende Minimalismus Checkliste.

 

Tag 1: Bücher, CDs, DVDs

  • Bücher, die Dir nicht gefallen oder die Du nicht mehr brauchst, kannst Du verkaufen.
  • Das gleiche gilt für CDs und DVDs. Mal ehrlich wann hast Du das letzte Mal eine CD gehört? Und wenn Du sie doch vermisst, finden sich online etliche Möglichkeiten um darauf zuzugreifen.

Tag 2: Schmuck

  • Kaputte Sonnenbrillen oder Uhren
  • Auf unvollständige Ohrringpaare kannst Du verzichten!
  • Dinge, die Dir nicht mehr gefallen oder Du lange nicht mehr getragen hast

Tag 3: Kleidung

  • Alles was Dir nicht mehr passt oder Du lange nicht mehr getragen hast kommt weg!
  • Kaputte Kleidung, wo Du nur noch aus Sentimentalität dranhängst, solltest Du auch entsorgen.
  • Bist Du Dir bei Teilen unsicher, kannst Du sie in einer Kiste verstauen und sie auf Deinen Schrank stellen. Wenn Du sie nach drei Monaten nicht vermisst, dann sortiere sie aus.

Tag 4: Schuhe

  • Wie an Tag 3 kommt auch hier alles weg, was kaputt ist oder nicht mehr passt!
  • Behalte von jeder Schuh-Art nur ein Paar. Du brauchst nicht 5 Paar weiße Sneaker oder 4 verschiedene Winterstiefel. So fällt Dir auch Deine Schuhwahl morgens wesentlich leichter.

Tag 5: Deko

  • Dazu gehören auch saisonale Dekorationen (Weihnachten, Ostern usw.). Behalte nur, was Dir wirklich gut gefällt und woran Du Dich nicht satt siehst.
  • Leere Flächen können sehr beruhigend wirken, also stelle nicht alles mit Schnick Schnack zu. Wähle lieber eine schöne Blume und lasse sie für sich wirken.

Tag 6: Elektronik

  • Heute geht es den alten Ladekabeln, Digitalkameras und Handys an den Kragen!
  • Wichtig ist, dass Du diese Dinge richtig entsorgst. Das geht zum Beispiel bei Recycling-Höfen oder auch Elektronikfachhändlern. Informiere Dich am besten, wo Du eine Anlaufstelle in Deiner Umgebung findest.

Tag 7: Hobby

  • Hier liegt es ganz bei Dir, was dazu gehört. Wenn Du viel bastelst, kannst Du Dein Zubehör sortieren und alte Reste entsorgen. Stoff- und Wollreste nehmen Kindergärten beispielsweise gerne an.

Tag 8: Kosmetik

  • Davon hat man (zumindest als Frau) immer zu viel!
  • Alles, was Du nicht gerne benutzt kannst Du verschenken.
  • Abgelaufene Artikel solltest Du entsorgen.
  • Oft hat man auch viel verschiedene Haarpflegemittel. Vielleicht reicht aber auch eins?

Tag 9: Büroartikel

  • Kalender aus vergangenen Jahren, vollgeschriebene Notizbücher oder Zeitschriften. Wenn Du nicht zu emotional daran hängst, solltest Du Dich von ihnen befreien. Falls Du Zeitschriften aufbewahrst, weil einige gute Artikel drin sind, kannst Du diese auch hinaustrennen und in eine Mappe heften.
  • Überprüfe alle Deine Stifte nach Funktionalität und Haptik. Funktionieren sie nicht mehr, können sie gleich in den Müll. Liegen sie Dir nicht gut in der Hand, kannst Du sie an einen neuen Besitzer weitergeben.

Tipps für mehr Nachhaltigkeit im Büro findest Du übrigens hier.

Tag 10: Putzmittel

  • Für ALLES gibt es das „richtige“ Putzmittel. Dabei lässt sich die Vielzahl an Putzmitteln oft durch wenige organische Mittel ersetzen. Das ist nicht nur genau so wirksam, sondern auch viel freundlicher für die Umwelt! Super geeignet sind zum Beispiel Natron, Essig und Zitronensaft.

Tag 11: Küche

  • Nimm Dir Schrank für Schrank vor und miste aus, was Du nicht mehr magst oder schlecht geworden ist.
  • Tassen, die einen Knacks haben oder Dir nicht mehr gefallen, dürfen entsorgt oder verschenkt werden. Dosen, wo der Deckel fehlt oder in denen sich Gerüche festgesetzt haben, haben auch ausgedient.

Tag 12: Die Schublade

  • Wir alle haben sie! Die Schublade oder Kiste, wo einfach alles drin ist! Alte Stifte, Rechnungen, Notizen…Heute nehmen wir sie in Angriff!

Tag 13: Festplatten

  • Auch digitale Unordnung sollte man von Zeit zu Zeit beräumen. Heute kümmern wir uns um Festplatten, USB Sticks und Speicherkarten. Lege Dir eine übersichtliche Ordnerstruktur an, sortiere alte Dateien aus, lösche misslungene Fotos.

Tag 14: Sentimentales

  • Dazu gehören Geschenke oder Souvenirs. Oft fällt es schwer, sich von diesen Dingen zu trennen, selbst wenn sie einem gar nicht richtig gefallen. Denke darüber nach, ob sie Dir noch Freude bringen oder eher Ballast sind. Wenn sie Dich belasten, dann spende sie lieber.

Dieser Plan ist nicht in Stein gemeißelt! Gerne kannst Du Kategorien streichen oder eigene hinzufügen. Außerdem kannst Du in Deiner eigenen Geschwindigkeit vorgehen und zum Beispiel nur jeden zweiten Tag etwas abhaken.

Geheim-Tipps für den Weg zum Minimalismus

  • Behalte Dinge, die Du liebst! Wenn Dir etwas wichtig ist, darfst Du es natürlich behalten. Überlege trotzdem immer, ob es Dich noch glücklich macht.
  • Wenn es Dir schwerfällt, Dich von etwas zu trennen, kannst Du es fotografieren. So kannst Du es Dir immer wieder angucken. Manchmal hilft diese Technik, es loszulassen.
  • Dinge, die Du nur zur Erinnerungen behalten hast, lassen Dich oft in der Vergangenheit schwelgen. Lässt Du sie los, kannst Du in der Gegenwart ankommen.
  • Mach das Aussortieren zur Gewohnheit! Wenn Du etwas diese Woche noch nicht aussortiert hast, bist Du zu einem anderen Zeitpunkt vielleicht bereit dafür. Dinge, wie Dein Portemonnaie kannst Du zum Beispiel jede Woche einmal von Kassenzetteln befreien.
  • Nimm Dir jeden zweiten Tag fünf Minuten um Flächen frei zu halten. Räume Zettel direkt weg, hänge den Schlüssel ans Schlüsselbrett, werfe Verpackungen weg.
  • Denke daran: Dinge, die Du vielleicht nicht mehr brauchst, könnte jemand anderes noch gebrauchen. Alles was Du aussortierst, kannst Du verkaufen oder spenden.

Um Dir den Einstieg so leicht wie möglich zu gestalten, haben wir hier nochmal die Tipps in der Minimalismus Checkliste für Dich einfach zusammengefasst. Damit kannst Du Dich an den 14 Aufgaben entlang hangeln, Dir Notizen machen und alles in Deinem eigenen Tempo angehen.

Hast Du nun auch Lust bekommen, den minimalistischen Lebensstil auszuprobieren? Wir hoffen unsere Tipps und der 14-Tage-Plan können Dir dabei helfen. Vielleicht konnten wir Dich ja dazu inspirieren, Deinen Konsum von Dingen von jetzt an bewusster wahrzunehmen. Du lebst Minimalismus bereits oder möchtest jetzt damit beginnen? Berichte uns gerne von Deinen Erfahrungen in den Kommentaren! Wir sind gespannt!

 

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Michelle Schnackenberg

Michelle Schnackenberg

Michelle steckt in den letzten Zügen ihres „irgendwas mit Medien“-Studiums. Ihre Freizeit verbringt sie am liebsten in den Münchener Bergen, an der Nordsee oder mit der Nase in einem guten Buch. Ansonsten ist sie gerne kreativ, zeichnet, fotografiert, näht, musiziert und schreibt.
Michelle Schnackenberg