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Putzen ist wohl eine der Tätigkeiten, die jeder tun muss, die aber wahrscheinlich niemandem Spaß macht. Doch viel schlimmer ist, dass die meisten Putzmittel unserer Umwelt schaden. Sie enthalten synthetische Duft- und Konservierungsstoffe und verwenden Substanzen, die auf Erdöl basieren. All diese Mittel gelangen in unser Abwasser und sind nur schwer abbaubar. Außerdem sind synthetische Stoffe schädlich für unsere Gesundheit, da sie Haut und Schleimhäute reizen können und Allergien auslösen. Dagegen gibt es eine Vielzahl natürlicher Alternativen, mit denen Du nachhaltig putzen kannst. Und alles, was Du dafür brauchst, hast Du wahrscheinlich schon zu Hause. Nur hast Du all diese Hausmittelchen eher zum Backen oder Kochen benutzt. Doch ihr tristes Dasein im Küchenschrank hat jetzt ein Ende: Im Putzmittelschrank können sie nun ihre volle Kraft entfalten!

Und Du wirst staunen: Mit viel weniger nachhaltigen Reinigungsmitteln wirst Du die gleichen Ergebnisse erzielen wie mit den chemischen Produkten. Gleichzeitig sparst Du Plastikmüll, schonst Deinen Geldbeutel und schützt die Umwelt. Und sauber wird trotzdem alles. Diese vier Hausmittel, mit denen Du fast jedes konventionelle Putzmittel ersetzen kannst, stellen wir Dir in diesem Artikel vor. Diese Mittel musst Du nur mit warmem Wasser verdünnen und erhältst wirksame Reinigungsmittel.

Essig

Essig eignet sich hervorragend zum Lösen von Kalkrückständen, Fett und Rost. Er bringt Armaturen in Bad und Küche wieder zum Glänzen. Außerdem sorgt der Essig dafür, dass die Oberflächen desinfiziert werden. Empfehlenswert ist eine Mischung von 1:5 mit lauwarmem Wasser. Auch zum Fensterputzen eignet sich das Gemisch sehr gut, da es keine Rückstände hinterlässt. Wer mag, kann es sogar als Weichspüler für Wäsche benutzen. Herkömmliche Weichspüler schaden Deiner Kleidung auf Dauer. Er verklebt die Fasern der Textilien, wodurch Bakterien ein Nährboden geboten wird. Außerdem setzt der Weichspüler einen Schutzfilm um die Fasern, sodass Wasser schlechter in sie eindringen kann und das Kleidungsstück schwerer zu reinigen ist. Aus diesem Grund ist Essig wesentlich schonender.

Zitronensäure

Ähnlich wie Essig eignet sich auch Zitronensäure, um Kalkablagerungen zu entfernen. Für weiße Wäsche fungiert es auch als Weichspüler, sodass Deine Wäsche immer frisch nach Zitrone riecht. Dafür vermengst Du einen Teelöffel Zitronensäure mit einer Dosierkappe Wasser und verwendest es wie normalen Weichspüler. Zitronensäure hilft auch, gelbe Flecken aus weißer Wäsche zu beseitigen. Dafür musst Du vor der normalen Wäsche die betroffenen Stellen mit einem Wasser-Zitronensäure-Gemisch behandeln und einige Stunden einwirken lassen.

Mit den Resten von Zitronen oder Orangen kannst Du Dir selbst einen Allzweckreiniger herstellen. Dafür gibst Du die Schalen in ein Gefäß und gießt es mit Essig auf. Das Ganze muss dann zwei bis drei Wochen stehen. Zwischendurch solltest Du etwas Essig nachfüllen, wenn die Schalen in aufgesaugt haben. Sobald der Essig sich dunkel färbt und nach den Schalen duftet, ist der Reiniger einsatzbereit. Am besten füllst Du ihn dann in eine alte, leere Sprühflasche.

Soda

Fettige Flächen, wie den Herd, Arbeitsflächen oder Töpfe, kannst Du mit Soda oder Backpulver leicht reinigen. Selbst Gummisohlen und Gartenmöbel aus Plastik lassen sich mit Soda gut reinigen. Es löst Verkrustungen und Schmutz. Als optimale Mischung solltest Du einen Liter Wasser mit zwei Esslöffeln Soda mischen.

Daneben kann man mit Soda und Natron selbst Pulverwaschmittel für die Waschmaschine herstellen. Dafür mischst Du 150g Soda mit 150g Natron und gibst 100g geraspelte Kernseife hinzu. Das Gemisch kannst Du dann in einem Glas oder einer Dose aufbewahren. Pro Waschgang reichen 1-2 Esslöffel, die Du ganz normal ins Waschmittelfach Deiner Maschine gibst.

Natron

Für besonders starke Verschmutzungen ist Natron geeignet. Falls Dir in einem Topf etwas anbrennt, kannst Du Dir das hartnäckige Schrubben sparen. Stattdessen löst Du etwas Natron in Wasser auf und erhitzt es auf dem Herd. Nach einigen Minuten kannst Du die eingebrannten Reste mühelos mit einer Bürste oder einem Schwamm entfernen. Ich bin jedes Mal wieder begeistert, wie einfach das funktioniert! …Und ja, es musste bei mir schon öfter zum Einsatz kommen. 😉

Außerdem kannst Du Natron als Backofenreiniger einsetzen. Dafür mischst Du das Pulver im Verhältnis 1:1 mit Wasser und verteilst es im Ofen. Danach lässt Du es einige Stunden einwirken und schrubbst es dann ab.

Natron kann auch als Abflussreiniger eingesetzt werden, indem Du zwei Esslöffel in den Abfluss gibst, dann eine halbe Tasse Essig nachkippst, es etwas einwirken lässt und dann nachspülst.

Noch ein paar Tipps zum Schluss

Wenn Du dennoch nicht ganz auf Reinigungsmittel verzichten möchtest, empfehle ich Dir auf Öko-Reinigungsmittel zu setzen. Die darin eingesetzten Tenside basieren nicht auf Erdöl, sondern auf nachwachsenden Rohstoffen wie pflanzlichen Fetten und Zucker. Außerdem verzichten sie auf synthetische Konservierungs- und Duftstoffe. Eine bekannte Marke ist zum Beispiel Ecover. Diese Produkte sind mittlerweile in vielen Drogerie- und Supermärkten zu finden.

Um Plastikmüll zu vermeiden, solltest Du zudem auf Einwegprodukte verzichten. Statt auf Papiertücher kannst Du lieber auf wiederverwendbare, waschbare Putztücher setzen. Auch alte T-Shirts, die Du normalerweise entsorgen würdest, kannst Du so weiterverwenden.

 

Und wie sieht es bei Dir aus? Hast Du auch für jeden erdenklichen Zweck ein eigenes Putzmittel? Dann wäre es vielleicht an der Zeit, diesen Bestand zu reduzieren und der Umwelt etwas Gutes zu tun! Wenn Du unsere Tipps für nachhaltiges Putzen umsetzt, freuen wir uns, wenn Du uns von Deinen Erfahrungen in den Kommentaren berichtest! Vielleicht hast Du ja auch noch den einen oder anderen guten Tipp auf Lager.

 

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Michelle Schnackenberg

Michelle Schnackenberg

Michelle steckt in den letzten Zügen ihres „irgendwas mit Medien“-Studiums. Ihre Freizeit verbringt sie am liebsten in den Münchener Bergen, an der Nordsee oder mit der Nase in einem guten Buch. Ansonsten ist sie gerne kreativ, zeichnet, fotografiert, näht, musiziert und schreibt.
Michelle Schnackenberg