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Das neue Jahr ist bereits fortgeschritten und die Ersten haben ihre Neujahrsvorsätze vielleicht schon über den Haufen geworfen. Wer hat sich vorgenommen, dieses Jahr mehr Sport zu machen und war letzte Woche wieder nicht beim Training?  Und wer hat sich vorgenommen, einmal richtig auszumisten und wollte endlich langfristig Ordnung halten in der Wohnung, hat sich bis jetzt noch nicht dazu aufraffen können? Also ich gebe zu, dass ich dazugehöre. Zum Glück steht jetzt das neue Semester vor der Tür und wir können es noch einmal versuchen. Wer dieses Semester also mit mehr Organisation und Ordnung starten möchte, um einen klaren Kopf zum Lernen zu haben, für den haben wir jetzt genau das Richtige. Wir haben nämlich Aufräumcoach und Wohnberaterin Nora van Loon gefragt, wie es funktioniert. Seit Mai 2015 sorgt sie mit ihren Firmen „Klarschiff“ und „Feinschliff“ für mehr Ordnung, Struktur und ein optimiertes Wohngefühl in jedem Zuhause. Sie weiß wirklich, wie man ordentlich aufräumt, umgestaltet und kennt die besten Tipps zum Ausmisten.

Weitere spannende Beiträge zum Thema Ordnung halten findet Ihr übrigens im Rahmen der Blogparade „Alles neu macht der Frühling: Mein Tipp für ein ordentlicheres 2018“ von Anita von Rosanisiert, Sunray von the organized cardigan & Sabine von Ordnungsliebe. Und jetzts geht’s los:

Ordnung halten fällt schwer

Wir haben uns zuerst gefragt, warum Ordnung halten einigen Menschen so schwer fällt. Nora van Loon hat dafür drei mögliche Erklärungen: „Zum einen haben Menschen mit einem Hang zur Unordnung eventuell nie richtig aufräumen gelernt, oder sind selbst nicht in einem aufgeräumten Haushalt groß geworden. Oder aber das andere Extrem, dass ihr Zuhause immer gefühlt zu ordentlich, penibel und sauber war und man sich von diesen Zwängen abgrenzen möchte und genau ins Gegenteil läuft. Bis man feststellt, dass man sich so auch nicht dauerhaft wohlfühlt. Solche Kunden können von mir lernen, dass es nicht nur Schwarz oder Weiß gibt, sondern noch sehr viele Grautöne, mit denen man sich sehr wohlfühlen kann. Der häufigste Grund für Unordnung ist aber, dass der Alltag oft so stressig und knapp getaktet ist, dass einem einfach die Zeit, Kraft oder auch Motivation fehlt, regelmäßig Ordnung zu machen oder zu halten.“

Erkennt Ihr Euch schon in einem der Gründe wieder? Ordnung halten ist also manchmal wirklich schwierig, vor allem im stressigen Studentenalltag. Dabei entsteht bei den meisten Leuten die größte Unordnung entweder im Keller oder auf dem Schreibtisch. Hier werden Kartons, Unterlagen oder andere Dinge nur einmal kurz abgelegt und über einen längeren Zeitraum wächst der Stapel so hoch, dass er nicht mehr schnell aufgeräumt werden kann.

Eine Grundordnung herstellen

Jetzt fragen wir uns natürlich, was man dagegen machen kann. Schließlich fühlen sich einige Menschen in ihrer Unordnung nicht so wohl wie andere. Nora van Loons wichtigste Tipps sind „[…], dass alles einen festen Platz hat und es auch, direkt nach der Benutzung, wieder dorthin zurückgeräumt wird. Zum anderen muss man sich, wenn die Grundordnung wiederhergestellt ist, täglich 10 bis 20 Minuten Zeit nehmen, um jeden Tag wieder alles ein-, weg- und aufzuräumen. Am besten geht es irgendwann in ein Ritual über, dass man z. B. bevor man das Haus verlässt oder ins Bett geht, diese Handgriffe regelmäßig macht. So hat großes Chaos keine Chance mehr.“

Stück für Stück aufräumen

So. Nun habt Ihr Euch das Ausmisten und Aufräumen wirklich vorgenommen, damit Ihr Euch in Eurem WG-Zimmer oder im Studentenwohnheim wiederwohl fühlen könnt. Ihr habt Euch Tipps und Tricks durchgelesen und seid sogar für ein paar Minuten motiviert. Doch dann seht Ihr das Chaos an und fragt Euch, wie man das alles schaffen soll? Neben dem Lernen und den Hausarbeiten, wo ist die Zeit zum Ordnung schaffen? Fragt Ihr Euch, ob Ihr vielleicht ein hoffnungsloser Fall seid? Nein, denn jeder kann es schaffen. Ihr müsst nur wissen, wie. Nora van Loon gibt Euch noch einmal Starthilfe: „Erstmal einfach mit einer Schublade oder einem Schrankfach anfangen und nicht zu viel auf einmal vornehmen. Am nächsten Tag kann wieder eine Schublade geordnet werden usw. In kleinen Etappen erreicht man zwar das Ziel nicht so schnell, dafür übernimmt man sich aber auch nicht und macht am nächsten Tag gerne mit der Aufräumaktion weiter. Eigenmotivation ist dabei das Allerwichtigste. Man sollte sich am besten über 2-4 Wochen einen kleinen Aufräumplan erstellen, der täglich ca. 30 Minuten Aufräumen und Ausmisten umfasst. Von dieser Liste kann man dann jeden Tag etwas streichen und sieht so auch auf einen Blick, was man schon alles geschafft hat.

Vor allem sollte man sich immer die Frage stellen, brauche ich das wirklich noch? Und: Macht es mich noch glücklich? Der Mensch besitzt durchschnittlich etwa 10.000 Dinge und zieht nur ca. 20 % seines Kleiderschrankes regelmäßig an. Erst nach dem gründlichen Ausmisten kann man auch wirklich Ordnung schaffen. Und wichtig ist immer: Wenn man es alleine nicht schafft und der Leidensdruck aber groß ist, sollte man sich Unterstützung holen. Das können Freunde und Familie sein, oder DIY-Videoanleitungen auf bestimmten Online-Portalen, oder auch eine neutrale Person wie z. B. einen Aufräumcoach. Der Wunsch nach Veränderung ist immer der erste Schritt.“

Ordnung halten leicht gemacht

Neben Nora van Loons Tipps haben wir noch ein paar schnelle Methoden gesammelt, mit denen Euch das Aufräumen garantiert leichter gelingt:

  • Beginnt da, wo Ihr in kürzester Zeit am meisten erreichen könnt. Das ist meistens der Fußboden. Nehmt Euch einen Korb und werft dort erst einmal alles hinein. Der leere Fußboden motiviert Euch sicher, den Korb auch noch zu sortieren.
  • Nie mit leeren Händen den Raum wechseln. Wenn Ihr vom Wohnzimmer in die Küche geht, nehmt die benutzte Tasse gleich mit. Da Ihr den Weg sowieso geht, fühlt sich das gar nicht wie aufräumen an.
  • Stellt Euch einen Wecker. Wie Nora an Loon schon sagte, ist ein Ritual zu fixen Zeiten für das Aufräumen nützlich. Stellt Euren Wecker also jeden Tag zur selben Zeit für 10 Minuten und versucht in der Zeit so viel wie möglich zu schaffen. Dann wird daraus ein kleines Spiel, das Ihr sicher gewinnen könnt.
  • Alte Postkarten, Mitbringsel aus dem Urlaub oder die Medaille der letzten Sportveranstaltung kann man nicht einfach wegschmeißen. Dafür könnt Ihr Euch eine kleine emotionale Schatzkiste zulegen, in der Ihr diese Dinge sammelt. So liegen sie nicht unordentlich rum und Ihr müsst Euch auch nicht von ihnen trennen.
  • Wer nun Ordnung halten will, braucht vor allem eines: Disziplin. Wir haben noch eine letzte Regel für Euch: Wenn etwas Neues gekauft wird, muss etwas Altes weg. Kauft Ihr Euch ein neues Buch, verschenkt Ihr einfach ein altes weiter oder Ihr verkauft das Buch. So sammelt Ihr nicht mehr Dinge an, als Ihr verstauen könnt.

Weitere Tipps

Wer noch mehr über Ordnung und Organisation erfahren möchte, kann bei „Klarschiff – schönordentlich“ ein bisschen stöbern. Dort gibt Nora van Loon zahlreiche Tipps zum Aufräumen von Kleiderschränken, Bücherregalen und vielem mehr. Außerdem entsteht dort ein Blog, wo Ihr in Kürze Beiträge mit Tipps & Tricks für den Alltag oder auch Dekoideen lesen könnt.

Fällt es Euch auch schwer aufzuräumen? Oder seid Ihr sehr ordentlich und habt sogar noch mehr Tipps für uns? Dann hinterlasst uns gerne einen Kommentar 😊

 

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Sophia Brodersen

Sophia Brodersen

Sophia hat Publizistik an der Universität Wien studiert und dort ihre Liebe zum Schreiben erweitert. Derweil schreibt sie Beiträge für Studibuch.
Sophia Brodersen