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Zum Jahresbeginn hatte ich einen klaren Vorsatz: Weniger Kleidung kaufen. Denn mein Kleiderschrank ist eigentlich voll und viele Stücke trage ich gar nicht. Als ich im Internet nach Tipps zum Aussortieren recherchierte, stieß ich auf das Konzept der Capsule Wardrobe. Ich war sofort Feuer und Flamme.

Was bedeutet Capsule Wardrobe?

Die Capsule Wardrobe steht in engem Zusammenhang mit dem Minimalismus-Gedanken. Hintergrund ist, sich in der heutigen Zeit von Fast Fashion und Konsumgeilheit auf Dinge zu beschränken, die wir wirklich brauchen und die uns glücklich machen.

Bei der Capsule Wardrobe geht es darum, seinen Kleiderschrank mit Kleidungsstücken zu füllen, die untereinander vielseitig kombinierbar sind und genau zum eigenen Stil passen. Dabei beschränkt man sich für eine Saison (ca. 3 Monate) auf 37 Kleidungsstücke. In diesem Quartal sollte keine neue Mode dazu gekauft werden. Das darf erst nach Ablauf der drei Monate geschehen, wenn man seine Garderobe sowieso wieder umstellt. Kleidungsstücke, die nicht in die Saison passen, verstaut man irgendwo, wo sie nicht stören. Sie sollten aber nicht im Kleiderschrank hängen.

Übrigens: Sportkleidung, Pyjamas und Unterwäsche werden nicht mitgezählt. Dennoch empfiehlt es sich auch da, nur die Teile zu behalten, die man mag. Accessoires wie Schmuck und Taschen handhabt jeder anders. Einige zählen sie mit, andere nicht. Ich habe sie nicht mit einbezogen. Ich besitze sowieso nicht viel Schmuck und nur zwei Gürtel. Taschen habe ich auch nicht mit eingerechnet. Die kaufe ich sowieso ganz selten neu und habe da eigentlich eine perfekte Auswahl für mich – nicht zu viel, nicht zu wenig.

Der Start

Da stand ich dann also vor meinem Kleiderschrank, der definitiv mehr als 37 Kleidungsstücke umfasste. Ich kann zwar behaupten, dass ich in den letzten Jahren meine Kleidungskäufe etwas zurückgeschraubt habe, vorm Kauf stärker darüber nachdenke, ob ich das neue Teil wirklich brauche und eher hochwertige Kleidung kaufe, aber dennoch besitze ich mehr Kleidungsstücke als gedacht. Ich gehe auch einfach sehr gerne shoppen und lasse mich von neuen Trends, Stoffen und Farben inspirieren. Dennoch hatte ich ein Ziel: 37 Kleidungsstücke.

1. Alles ausräumen

Als Erstes habe ich alles aus meinem Kleiderschrank ausgeräumt. Dinge, die mir dabei schon nicht mehr gefielen, habe ich gleich aussortiert. Das wird gespendet oder verkauft.

2. Die Lieblingsteile

Danach habe ich meine Lieblingsstücke herausgesucht. Das fiel mir überhaupt nicht schwer. Ich denke, jeder hat mehr oder weniger seine Lieblinge.

3. Notwendige Kleidungsstücke

Im Winter gibt es einige Kleidungsstücke, die man auf jeden Fall braucht. Die habe ich als Nächstes dazu gelegt. Dazu gehört z.B. der dicke Wintermantel oder die gefütterten Schuhe.

4. Und ergänzen

Meine Lieblinge und „Pflichtkleidung“ hatte ich nun also zusammengestellt. Das benutzte ich dann als Grundlage und baute mir die restliche Garderobe drum herum.

Im Grunde genommen war das eigentlich gar nicht schwer. Nur waren es immer noch zu viele Kleidungsstücke, sodass ich noch mal aussieben musste, oft Dinge austauschte und mehrere Male hin und her überlegte wie man sie kombinieren kann. Am Ende war ich aber eigentlich ganz zufrieden.

Meine Endauswahl

Liste Capsule Wardrobe Winter

Fazit nach drei Monaten Capsule Wardrobe

Ich bin wirklich überrascht, wie gut das Ganze funktioniert hat! Ich habe absolut gar nichts vermisst. Das bedeutet auf jeden Fall, dass meine Planungsphase ziemlich gut war und dass es sich gelohnt hat, ein bisschen Hin und Her zu überlegen. Grundsätzlich bestand mein Kleiderschrank aber schon vorher aus recht ähnlichen Farben und Schnitten, sodass es untereinander wirklich gut kombinierbar war. Erst dachte ich, 37 Teile wären sehr wenig, aber im Endeffekt war es auch bei dieser Auswahl so, dass ich einige Sachen nur einmal getragen habe. Von daher könnte ich womöglich auch mit noch weniger Kleidungsstücken zurechtkommen.

Trotzdem gab es ein paar Probleme

Sowohl meine schwarze, als auch meine helle Jeans sind mir vor zwei Wochen gerissen. Das ist ein altbekanntes Problem zwischen Hosen und mir. Ich habe immer schon wenig Hosen besessen und die dafür bis zum letzten Moment getragen. Ich bin bei Hosen immer sehr kritisch, weil sie bei mir oft nicht gut sitzen und ich diese blöden Stretch-Hosen gar nicht leiden kann. Man glaubt gar nicht, wie schwer es heutzutage ist, eine RICHTIGE Jeans nur aus Baumwolle zu finden. So musste ich in der letzten Woche losziehen und nach neuen Hosen schauen. Leider vor Ablauf der drei Monate 😉

Außerdem konnte ich einfach nicht widerstehen, als ein Vintage-Markt in der Stadt war. Dort habe ich mir dann doch drei neue Teile gekauft. Aber immerhin war das ganze Second-Hand und ich liebe diese drei Stücke sehr! Trotzdem habe ich dadurch natürlich ein bisschen gemogelt und hoffe, dass ich im nächsten Quartal etwas standfester bleibe.

Wenn Du das Ganze jetzt vielleicht auch ausprobieren magst, kann ich Dir auf jeden Fall empfehlen, Dich bei Pinterest oder Youtube ein bisschen inspirieren zu lassen. Was mir auch geholfen hat, ist die App Smart Closet. Damit kannst Du Deine Outfits sehr gut planen und schauen, was gut zusammenpasst. Dafür suchst Du entweder in der Datenbank nach Kleidungsstücken, die Deinen ähneln oder Du machst Dir die Mühe und fotografierst Deine Kleidung.

Vorteile der Capsule Wardrobe

Ich habe auf jeden Fall einige Vorteile der Capsule Wardrobe wahrgenommen:

  • Man braucht nicht mehr so lange, sich ein Outfit zu überlegen, denn man hat ja eh nicht mehr so viel und es passt sowieso fast alles zusammen
  • Man fühlt sich immer wohl in seiner Kleidung, weil man ja nur Teile behält, die man liebt und die optimal zum eigenen Stil passen
  • Man spart Geld. In den drei Monaten geht man im besten Fall gar nicht erst shoppen. Wenn man doch stöbert, denkt man doppelt darüber nach, ob man es wirklich braucht und ob es gut kombinierbar ist


Im Endeffekt bin ich jetzt wirklich sehr glücklich mit meiner Capsule Wardrobe. Bei einigen Teilen habe ich aber auch gemerkt, dass sie mir nicht mehr so gut gefallen, sodass ich in Zukunft nach einer ähnlichen Alternative suchen werde. Mein roter Cardigan ist zum Beispiel schon ganz abgetragen und ich habe ihn mehrmals geflickt. Die Farbe und der Schnitt gefallen mir sehr, aber er sieht einfach nicht mehr gut aus – also wird er ersetzt, sobald ich einen würdigen Nachfolger gefunden habe 😉

Ich werde das Konzept zukünftig auf jeden Fall weiter umsetzen und nach und nach für mich perfektionieren.

Was hältst Du von einer Capsule Wardrobe? Hast Du jetzt auch Lust bekommen, es mal auszuprobieren?

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Michelle Schnackenberg

Michelle Schnackenberg

Michelle steckt in den letzten Zügen ihres „irgendwas mit Medien“-Studiums. Ihre Freizeit verbringt sie am liebsten in den Münchener Bergen, an der Nordsee oder mit der Nase in einem guten Buch. Ansonsten ist sie gerne kreativ, zeichnet, fotografiert, näht, musiziert und schreibt.
Michelle Schnackenberg