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Wenn das neue Semester beginnt, ist die Motivation bei den meisten noch sehr hoch. Dieses Mal möchte man von Anfang an aufmerksam mitarbeiten, Notizen aus den Vorlesungen gleich am Abend zu Lernzetteln verarbeiten, alle Übungsaufgaben rechtzeitig beginnen und frühzeitig für die Klausuren lernen. So wie jedes Semester fällt es dann aber auch vielen schwer, sich an den Plan zu halten. Der Stress im Studium beginnt, sobald die Prüfungsphase und die Abgabefristen in Sichtweite rücken. Und es geht nicht nur Dir so, sondern eigentlich zu vielen deutschen Studenten. Das zeigt eine Studie des Lehrstuhls für Marketing der Universität Potsdam und des Lehrstuhls für Marketing und Business Development der Universität Hohenheim. Diese Untersuchung wurde im Auftrag des AOK-Bundesverbandes durchgeführt und beschäftigt sich mit der Belastung beim Studieren.

Jeder empfindet Stress anders, aber vor allem die Kombination aus mehreren Faktoren begünstigt bei vielen das Empfinden von Stress. Der wohl bedeutendste Faktor ist die Uni selbst. Die Klaururenphase und die Vorbereitung auf die Prüfungen kann schon in Gedanken Angstzustände auslösen. Aber auch der Einstieg in das Studium und die Organisation der Semester ist für den einen oder anderen schwierig zu bewältigen. Zum anderen machen sich Studenten selbst Druck. Zu hohe Erwartungen an die eigenen Leistungen und an die Zukunftsplanung können schnell überfordern. Zudem sind es auch die Erwartungshaltungen von Eltern, Dozenten oder der Vergleich mit Kommilitonen, die einen zusätzlich unter Druck setzen.

Die befragten Studenten der Studie verbinden Stress im Studium vor allem mit Zeitdruck, Leistungsdruck, Überforderung, Erwartungsdruck, Nervosität bzw. innerer Unruhe und (Selbst-)Zweifel. 71% dieser Studenten fühlten sich sehr gestresst zum Zeitpunkt der Befragung, 53% gaben sogar an im Studium generell ein hohes Stresslevel zu empfinden. Das kann Reaktionen von genereller Unzufriedenheit, über Wutanfälle und Lustlosigkeit bis Konzentrationsschwierigkeiten und Schlaflosigkeit auslösen.

 

Auch interessant: Studierende sind gestresster als Angestellte. Weibliche Studierende sind gestresster als die männlichen. An Hochschulen sind die Studenten gestresster als an den Unis und als Student im Bachelor ist man gestresster als im Master- oder Diplomstudium

 

Ein bisschen Druck im Studium kann auch zu besseren Leistungen führen, aber was kann man machen, wenn es einfach zu viel wird? Wenn Du auch zu den Studenten gehörst, die sich ab und zu übermäßig gestresst fühlen, dann haben wir hier ein paar Tipps für Dich, die Dir helfen können, den Studienalltag entspannter zu bewältigen:

 

Deine Gründe für Stress erkennen

Es gibt viele Gründe für den eigenen Stress. Entweder Du tust zu vieles auf einmal, Deine Kommilitonen haben bessere Noten als Du oder Du hast zu wenig Zeit für Deine Hausarbeit. Es trifft nicht immer alles auf jeden zu, also muss Dir klarwerden, was Dich in Stress versetzt. Beobachte am besten Deinen Alltag und werde achtsam, wenn Du merkst, dass Du gestresst bist. Die Gründe wirst Du an der Situation erkennen können. Und dann muss nur die richtige Methode gefunden werden, mit der Du den Stressfaktor minimieren kannst. Ein paar Anregungen findest Du hoffentlich unter den nächsten Tipps.

 

Richtiges Zeitmanagement

Wer seine Zeit richtig einteilen kann, schafft in der Regel mehr. To-Do-Listen und Zeitpläne für Deine Woche sind eine große Hilfe. Wichtig ist, dass Du Dich dabei nicht übernimmst und Prioritäten setzt. Plane für schwere und umfangreiche Aufgaben immer mehr Zeit ein, als Du eigentlich bräuchtest. Es ist besser, am Ende noch einen Puffer zu haben, denn es kann ja mal etwas dazwischenkommen und damit kommt auch der Stress zurück.

To-Do-Listen funktionieren am besten, wenn man für jeden Tag eine eigene schreibt. Schreib Dir Montag nicht auf, was Du Dienstag zu erledigen hast. Es wird Dich nerven, es nicht schon abarbeiten, sondern immer noch angucken zu müssen. Wenn Du allerdings Deine Montags-Aufgaben abhaken konntest, ist das nicht nur super produktiv, sondern auch echt erleichternd. Morgen ist dann ein neuer Tag. Solche Listen kannst Du auch online oder als Apps nutzen.

 

Alles Aufschreiben

Besonders in stressigen Phasen des Studiums hat man einfach zu viele Themen im Kopf. Schaffe Dir also ein kleines Notizbuch an und schreibe Deine To-Dos, Deine Sorgen, Deine Ideen und Freizeitpläne auf. So kannst Du erst einmal nichts vergessen und Du hast wieder mehr Platz in Deinem Kopf, um neues aufzunehmen. Deine Notizen solltest Du allerdings regelmäßig sortieren und kategorisieren, denn nur weil es aufgeschrieben ist, ist es ja noch nicht erledigt.

PRO-TIPP: Wer im Studium Probleme hat, sollte sich ein Sorgenbuch zulegen. Wenn Du Deine negativen Gedanken aufschreibst, dann quälen sie Dich nicht mehr die ganze Zeit im Hinterkopf und Du kannst befreiter in einen neuen Tag starten.

 

Pausen und Erholung

Wer viel lernt, muss auch viel Pause machen. Kennst Du schon die Pomodoro-Technik? Bei dieser Methode geht es darum 25 Minuten intensiv zu lernen und dann 5 Minuten Pause zu machen. Nach dem vierten Arbeitsintervall steht auch mal eine längere Pause von 15-30 Minuten an. Besonders wichtig ist, dass Du während der Arbeitsphase jegliche Ablenkung verbannst. Das heißt, Handy sowie Fernseher ausschalten und die Mitbewohner mal eine Weile aussperren. Das sorgt dafür, dass Du 25 Minuten produktiv und fokussiert arbeiten kannst. In der Pause kannst Du dann Deine Nachrichten checken, frische Luft schnappen und für Kaffee-Nachschub sorgen.

Nach einem produktiven Tag voller Arbeit ist Sport ein guter Ausgleich. Manchen hilft ein gemütlicher Spaziergang durch den Park, andere gehen ins Fitnessstudio und powern sich auch körperlich noch einmal richtig aus und wieder andere brauchen das Gespräch mit einem guten Freund/ einer guten Freundin. Vielleicht gibt es dazu eine Tasse Baldrian- oder Lavendeltee. Das beruhigt zusätzlich die Nerven.

 

Professionelle Angebote nutzen

Viele Hochschulen bieten schon Anti-Stress-Seminare für ihre Studenten an. Informiere Dich einmal über solche Angebote an Deiner Hochschule. Es gibt aber auch externe Studentenhilfen, die Dir mit psychologischer Beratung und organisatorischer Unterstützung helfen können. Die sind meistens sogar kostenlos. Scheue Dich nicht, solche Angebote auszuprobieren.

Lass Dir von einer ehemaligen Studentin sagen: Es muss nicht immer alles perfekt sein. Du musst nicht immer der Beste in Deinem Jahrgang sein und kannst auch das eine oder andere Mal Dinge liegen lassen. Eigne Dir ein paar Übungen oder Angewohnheiten an, die Dir in stressigen Phasen helfen Dich zu beruhigen und gut zu organisieren. Und merke Dir: Manchmal ist gut auch einfach gut genug!

 

Kennst Du noch weitere Übungen und Methoden, um Stress im Studium zu vermeiden? Dann teile uns doch in den Kommentaren mit, welche Erfahrungen Du gemacht hast!

 

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Sophia Brodersen

Sophia Brodersen

Sophia hat Publizistik an der Universität Wien studiert und dort ihre Liebe zum Schreiben erweitert. Derweil schreibt sie Beiträge für Studibuch.
Sophia Brodersen

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