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Egal, ob an der Uni oder im späteren Berufsleben: Um Präsentationen kommt man heutzutage nicht mehr herum. Das Know-How aus der Schule reicht dabei oft nicht aus, einen Vortrag inhaltlich interessant und visuell attraktiv zu gestalten. Unsere Tipps helfen Euch aber dabei, das Projekt Vortrag halten zu realisieren:

Die Vorbereitung

Eine Präsentation kann einfach nicht gelingen, wenn sie nicht ordentlich vorbereitet ist. Dazu gehört, sich mit dem Thema gründlich zu beschäftigen und offene Fragen zu klären. Wie lange soll der Vortrag sein? Ist es gewünscht, das Publikum miteinzubeziehen? Welche visuellen Hilfsmittel können oder dürfen verwendet werden? Bevor es also an die Erstellung der Präsentation geht, müssen diese Formalien besser erst einmal abgehakt werden.

Die Recherche

Verlässliche Quellen sind mit die wichtigsten Faktoren für eine erfolgreiche Präsentation. Also Finger weg von Wikipedia. Beim Recherchieren ist es oft sinnvoll das Schneeballsystem anzuwenden. Heißt: Bei einer Quelle anfangen und über die Literaturliste die nächsten Quellen suchen. Je mehr man sich mit einem Thema befasst, desto mehr Hintergrundwissen eignet man sich an. Später ist es dann umso einfacher, einen Vortrag darüber zu halten. Aber Achtung: der Schneeball darf am Ende nicht zur Lawine werden. Ihr müsst die Informationen gut aussortieren, damit Ihr nicht in die Zeitfalle tappt und Euer Vortrag am Ende viel zu lang wird (siehe Punkt 5). Seid Ihr Euch irgendwann einfach nicht mehr sicher, was Ihr da gerade überhaupt macht, weil Ihr Euch in Details verliert? Dann kann es helfen, einen Leitsatz oder eine These zu formulieren. Was möchte ich mit der Präsentation erreichen? Was soll die Kernaussage sein?

Schneeballsystem Vortrag halten

Das Schneeballsystem bei der Recherche

Das Timing

Sowohl die Vorbereitung als auch die Zeit der Präsentation selbst sollten gut geplant sein. So schwer es auch fallen mag, rechtzeitig beginnen nimmt Stress und verhindert unsauberes Arbeiten. Ihr habt auch automatisch mehr Ordnung im Kopf, wenn die Erstellung der Rede strukturiert vonstattengegangen ist. Also zwingt Euch zur Selbstdisziplin. Solltet Ihr die Präsentation im Team bearbeiten müssen, in dem einer bremst, helfen nur klare Ansagen und Deadlines. Es macht keinen Spaß gegenüber Kommilitonen den Oberlehrer zu spielen, aber letztendlich müsst Ihr am Ende hinter dem Ergebnis stehen.

Die Struktur

Eine Präsentation ist dann packend, wenn sie den Hörer mitreißt. Dies schafft man sowohl mit tollen Einstiegen als auch mit einer guten visuellen Unterstützung der Rede. Ein Vortrag ist wie ein gut strukturierter Text. Er braucht also einen Anfang, einen Hauptteil und einen Schluss. Eine witzige Geschichte zu Beginn, ein berührendes Zitat oder eine fragwürdige Behauptung lösen Interesse beim Publikum aus. Also überlegt Euch am besten, was für Euer Publikum spannend wäre. Ein kurzes Video eignet sich oft toll für den Einstieg. Danach muss aber schnell die Kurve zum eigentlichen Vortrag gemacht und ein Überblick über das bevorstehende Referat gegeben werden. Der Schluss sollte ebenso in Erinnerung bleiben wie der Anfang. Fasst Eure wichtigsten Punkte zusammen und endet mit einem Fazit. Die Profis schaffen es dabei den Bogen zum Anfang zu schlagen und enden mit dem selben Satz oder Zitat wie zu Beginn.

Die Zeitfalle

Eine der größten Herausforderungen bei Präsentationen ist, sie zeitlich gut zu planen. Sie sollte weder zu kurz, noch zu lang sein. Außerdem kommt es bei der Aufregung oft vor, dass man einige Punkte vergisst und dann plötzlich früher fertig ist als gedacht – zumal man in der Regel auch schneller redet. Hier hilft nur Übung: Den Vortrag mehrmals durchsprechen, die Zeit stoppen und wenn möglich Feedback von einem Zuhörer einholen. Vielleicht filmt Ihr sogar einfach ein Video von Euch und schaut es anschließend an, so könnt Ihr selbst Fehler finden und den Inhalt anpassen. Während der Präsentation immer die Uhr im Blick haben und das Sprechtempo anpassen. Zur Sicherheit könnt Ihr Euch auch optionale Punkte überlegen, die Ihr am Schluss noch anfügt, falls Ihr noch etwas Zeit zur Verfügung habt.

Die Folien

Nur nicht übermütig werden. Je leerer die Folien sind, umso besser. Als Faustregel gilt: nicht mehr als fünf Spiegelstriche pro Seite. Das kann allerdings auch schon zu viel sein, wenn Ihr diese mit vollständigen Sätzen ausstattet. Haltet Euch bei den Folien dezent zurück. Die allermeisten Leute können nicht gleichzeitig zuhören und lesen. Deshalb Mut zur Lücke und auf den Folien lieber stichwortartig festhalten, was Ihr sagt. Bevor Ihr entscheidet, was in die Präsentation soll, kann es hilfreich sein, einer unabhängigen Person von Eurem Thema zu erzählen. Dann merkt Ihr, welche Punkte wichtig sind und welche nicht. Diese kommen dann auf die Folien.

Versicherung: Handzettel

Wenn Ihr Euch ausgiebig mit einem Thema beschäftigt, habt Ihr automatisch ein fundiertes Wissen darüber. Von daher könnt Ihr ruhig selbstbewusst in den Vortrag gehen. Ihr seid der Experte. Handzettel geben Euch als Redner aber eine Sicherheit, falls der gefürchtete Blackout sich ankündigt. Komplette Texte sind aber nicht dafür geeignet. Wie bei den Folien sollten die Handzettel so knapp wie möglich gehalten sein und nicht aus ganzen Sätzen bestehen. Im Idealfall seid Ihr so gut vorbereitet und habt den Vortrag so oft durchgesprochen, dass ein Stichwort genügt und Ihr schon wisst, was Ihr dazu sagen wollt. Ablesen ist eine Todsünde. Es entsteht keine Verbindung zum Publikum und dieses verfällt nach wenigen Minuten in den Schlafmodus.

Die Aufregung

Bei Euch kommt Panik beim Gedanken auf, vor vielen Leuten zu stehen und reden zu müssen? Ein Großteil der Aufregung kann schon mit einer guten Vorbereitung umgangen werden. Wissen, was man kann, gibt Selbstsicherheit. Zur Beruhigung hilft es außerdem, beide Hände zur Faust zu formen und abwechselnd den rechten und linken Daumen zu drücken. Bei trockenem Mund die Zungenspitze kurz zwischen die Zähne klemmen und leicht drücken. Geht es ans Reden, ist es für den Anfang gut sich eine vertraute Person im Publikum zu suchen und mit dieser eine Weile Blickkontakt zu halten. Im Laufe des Vortrags solltet Ihr dann aber den Blick durchs Publikum schweifen lassen.

Die Körpersprache

Aufrecht stehen, nicht ständig hin und her wippen, nach vorne schauen und den Blick zum Publikum suchen. Alleine mit diesen Basisverhaltensweisen strahlt Ihr schon Kompetenz aus. Für die Hände gibt es die Handzettel oder alternativ einen Stift bzw. Laserpointer. Humor schafft außerdem Sympathie, also überlegt Euch doch einen lustigen Einschub für zwischendrin, damit Ihr die Aufmerksamkeit des Publikums nicht verliert.

Mehr zum Thema richtige Körpersprache und Erfahrungen rund um Redeangst und Lampenfieber findet Ihr übrigens hier in diesem Artikel.

Was war das größte Publikum, vor dem Ihr je gesprochen habt oder habt Ihr selbst schon einmal ein Video von Euch gemacht, um einen Vortrag zu üben? Wir freuen uns über Eure Geschichten! Oder habt Ihr noch weitere Tipps oder Erfahrungen, die Ihr mit uns teilen wollt, dann her damit. 🙂

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Katharina Klein

Katharina Klein

Katharina hat Anglistik studiert und schreibt für verschiedene Kanäle. Sie ist besonders an internationalen Themen und den großen Fragen des Lebens interessiert.
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