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Kurz vor den Prüfungen heißt es wieder lernen, lernen, lernen. Und auch wenn es vielen nicht gefällt, Auswendiglernen gehört dazu und ist oft einfach notwendig um Deine Klausur gut zu bestehen. Aber wie lernt man am besten auswendig? Wissenschaftliche Konzepte und Theorien lernen sich am besten, wenn Du das Thema verstehst und verinnerlicht hast. Doch das funktioniert bei Vokabeln oder Jahreszahlen nicht so gut. Um Dir die Bedenken vor dem Auswendiglernen zu nehmen und Dir beim Pauken zu helfen, haben wir die wichtigsten Tipps und Tricks zusammengefasst, die garantiert funktionieren.

Die richtige Vorbereitung

Bevor Du mit dem Lernen anfängst, solltest Du für eine angenehme Arbeitsatmosphäre sorgen. Manche lernen am besten an ihrem Schreibtisch zu Hause, andere gehen in ein Café und wieder andere brauchen die absolute Ruhe einer Bibliothek. Probiere aus, was für Dich am besten funktioniert. Lege Dir zuvor alle Unterlagen bereit und eine Flasche Wasser, eine Tasse Kaffee oder einen anderen natürlichen Wachmacher, sodass Du Deinen Lernprozess nicht ständig unterbrechen musst, um Mitschriften oder etwas zu trinken zu suchen. Ganz wichtig: Verzichte vor allem auf Ablenkungen. Schalte Dein Handy und Deinen Fernseher aus und schließe Facebook, Twitter etc. auf Deinem Browser. Der Fokus sollte jetzt wirklich auf dem Lernen liegen. Deine Pausen kannst Du dann nutzen, um Nachrichten zu beantworten oder ein bisschen Bewegung zu bekommen.

Die besten Methoden zum Auswendiglernen

Zum Auswendiglernen eignen sich vor allem die Mnemotechniken (nein das ist kein Schreibfehler ;-)). Dazu zählen zum Beispiel die Assoziationsketten, mit denen Du schon in der Grundschule die Reihenfolge unserer Planeten gelernt hast. An „Mein Vater erklärt mir jeden Sonntag unsere neun Planeten“ kannst Du Dich sicher noch erinnern. Mit solchen Wortketten lassen sich Inhalte sehr einfach wiedergeben, die ansonsten schwer aneinanderzureihen gewesen wären.

Eine weitere Methode der Mnemotechniken ist die Loci-Methode. Hier gehst Du durch Deine Wohnung und suchst Dir in einer Reihenfolge für jeden Inhalt einen anderen Ort aus. Möchtest Du die Reihenfolge der Planeten lernen und suchst Dir dafür Dein Wohnzimmer aus, könnte Deine Route so aussehen: Merkur=Memoboard, Venus=Vase, Erde=Esstisch, Mars=Modellauto, Jupiter=Jalousie, Saturn=Sofa, Uranus=Uhr, Neptun=Nähkästchen (und Pluto=Polster). In der Prüfung machst Du Dich dann in Gedanken auf Deinen Rundgang.

Besonders gut eignet sich das handschriftliche Schreiben, um sich Inhalte zu merken. Einen Satz, den Du einmal ausschreibst, hast Du so gut im Gedächtnis, wie sieben Mal nur gelesen. Deswegen hilft es vielen beim Lernen, während des Studiums oder der Schule, wichtige Stellen in Texten farblich zu markieren. Diese kannst Du zu Exzerpten zusammenzufassen und schließlich in Stichpunkten auf Karteikarten zu sortieren. So hast Du die wichtigen Inhalte gleich mehrmals herausgearbeitet und das Wesentliche immer wieder kompakter aufgeschrieben.

Lerne mit so vielen Sinnen wie möglich

Beim Auswendiglernen hilft es, wenn Du nicht nur Texte liest, sondern auch hörst, sprichst oder dabei zeichnest. Du kannst Dir Deine Lerninhalte laut vorlesen und sie dabei auf Band aufnehmen. Diese Aufnahmen kannst Du Dir dann schnell in der Bahn oder kurz vor dem Schlafengehen noch einmal anhören. Oder versuche einmal beim Anhören Deiner Aufzeichnung eine Mindmap mit den Inhalten zu gestalten und setzte diese sinnvoll in Verbindung. Schaubilder können Dir helfen Dich besser an Inhalte und Zusammenhänge zu erinnern als reine Texte.

Nutze psychologische Tricks

Wissen, das mit Humor vermittelt wird, kann man sich leichter merken, denn Humor führt zu höherer kognitiver und emotionaler Aufmerksamkeit. Lass Dir von einem Freund den Text, den Du auswendig lernen musst, einfach mit einem witzigen Akzent vorlesen oder er soll beim Lesen blöde Grimassen schneiden. Musstest Du dabei erst einmal lachen, kannst Du Dich später an diese lustigen Lerneinheiten besser erinnern.

Ein weiterer Effekt der Psychologie legt den Fokus auf Deinen Kontext. Inhalte, die in gleicher Umgebung gelernt werden, in der auch die Prüfung stattfindet, lassen sich in der Prüfungssituation besser erinnern. Wenn Du die Möglichkeit hast, solltest Du in dem Raum lernen, wo Du auch Deine Prüfung ablegst oder wenigstens in einer ähnlichen Atmosphäre. Trinke beim Lernen auch etwas, was Du in der Prüfung trinken wirst oder kaue das gleiche Kaugummi. Der gleiche Geschmack wird Dir in der Prüfung helfen, Dich besser zu erinnern.

Auch Themen, die Du mit eigenen Erlebnissen verknüpfen kannst, sind später leichter abzurufen. Das nennt sich „Selbstbezugseffekt“. Versuche schwierige Inhalte so zu formulieren, dass Du sie an Deine Emotionen oder Interessen anknüpfen kannst. Emotionale Verbindungen, aber auch bereits vorhandenes Hintergrundwissen, machen es einfacher Inhalte abzuspeichern.

Unser Tipp: Nutze auch die Zeit, die Du mit anderen Dingen verschwendest

Stecke Deine Lernzettel zum Beispiel in Klarsichtfolien und klebe sie in Deine Dusche oder über das Waschbecken in der Küche. So kannst Du die Zeit, die Du beim Duschen oder für den Abwasch brauchst, auch produktiv nutzen, um Dein Wissen zu erweitern und merkst gar nicht, dass Du nebenbei lernst.

Und schließlich: Wiederholen, wiederholen, wiederholen

Das Wiederholen ist wichtig für die Langzeitspeicherung. Allerdings hilft stumpfes Wiederholen nicht, um etwas wirklich auswendig zu können. Erst wenn Du mit Verstand lernst, kannst Du die Inhalte langfristig behalten. Für bewusstes Lernen kannst Du die Methoden und Tricks aus diesem Artikel anwenden.

Trotzdem ist die Wiederholung der Kern des Lernens. Der Psychologe Ebbinghaus fand in einem Selbstversuch 1885 heraus, dass man sich nach einem Tag nur noch an 34 % eines gelernten Textes erinnern kann, wenn auf eine Wiederholung verzichtet wurde. Nach sechs Tagen sind es nur noch 23 % des Inhaltes, die man abrufen kann. Komplett ohne Wiederholung kannst Du Dir den Prüfungsstoff also auch nicht merken.

Vor allem täglich vor dem Schlafengehen ist das Wiederholen sinnvoll. Gehe Deine Karteikarten oder Audioaufnahmen noch einmal durch. Während Du schläfst, wird dann das Gelernte in den Langzeitspeicher aufgenommen. Wie wichtig guter Schlaf für das Lernen ist, kannst du hier nachlesen.

 

Welche Tipps und Tricks hast Du schon verwendet, um schnell und gut auswendig zu lernen? Teile Deine Erfahrungen mit uns in den Kommentaren!

 

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Sophia Brodersen

Sophia Brodersen

Sophia hat Publizistik an der Universität Wien studiert und dort ihre Liebe zum Schreiben erweitert. Derweil schreibt sie Beiträge für Studibuch.
Sophia Brodersen