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Nach dem Abi ist vor dem Studium. Und für viele bedeutet es, zum ersten Mal „Hotel Mama“ zu verlassen, auf eigenen Beinen zu stehen und in eine womöglich fremde Stadt zu ziehen. Oft stellt sich aber auch die Frage, ob man lange Pendelzeiten in Kauf nehmen sollte, um weiterhin zu Hause zu wohnen und dadurch Kosten einzusparen. Falls Dir diese Entscheidung auch gerade bevorsteht und vielleicht etwas schwerfällt, haben wir Dir einige Vor- und Nachteile zusammengestellt, die auf Dich zukommen, wenn Du zuhause ausziehen willst.

Als Erstes solltest Du Dich fragen, welche Wohnungsmöglichkeit für Dich infrage käme. Denn alleine in einer kleinen Wohnung zu leben, birgt andere Vor- und Nachteile, als in einer WG oder im Studentenwohnheim zu wohnen. Falls Du gerne mehr über die Vorteile der einzelnen Wohnarten erfahren möchtest und eine Entscheidungshilfe brauchst, schau doch mal hier vorbei. 🙂

Grundsätzlich wirst Du nach Deinem Auszug folgende Vorteile bemerken:

Du wirst selbstständiger

Wenn Du nicht mehr zuhause wohnst, musst Du zwangsweise eigenständiger werden. Das kann man sowohl als Vor- und Nachteil sehen. Denn wenn Du es vorher gewohnt warst, dass Deine Eltern die Wohnung geputzt oder das Essen gekocht haben, musst Du diese Aufgaben nun selbst übernehmen. Zu Beginn wird Dich das wahrscheinlich eine Menge Kraft kosten, doch auf Dauer hat es einen positiven Effekt auf Deine Persönlichkeit und wird Dir ganz selbstverständlich vorkommen. Deine Selbstständigkeit wird Dir auch in anderen Lebensbereichen nützlich sein: Du lernst, auf Dich allein gestellt zu sein und wirst Dich zum Beispiel in schwierigen Situationen während des Studiums besser durchbeißen können.

Du hast mehr Freiraum

Ein sehr entscheidender Punkt, wie ich finde. Das kommt aber natürlich ganz auf Dein familiäres Umfeld an. Ich war beispielsweise immer schon eine Nachteule, was ich vom Rest meiner Familie allerdings nicht behaupten kann. Das bot natürlich immer ein kleines Konfliktpotenzial, sodass sich mir ganz neue Welten eröffneten, als ich ausgezogen war. Und endlich wird man auch nicht mehr vom Staubsauger geweckt 😉

Wenn Du nicht mehr zuhause wohnst, kannst Du vieles selbst entscheiden und gestalten. Du kannst Dir selbst aussuchen, was Du kochen möchtest und kannst endlich Dinge essen, die Deine Familie vielleicht nicht mochte. Besonders wenn Du vegan oder vegetarisch lebst, während Deine Familie das nicht tat, erleichtert es einiges. Du kannst Deinen Lebensstil jetzt gestalten, wie DU allein es willst. Richte Dich ein, wie es Dir gefällt, gehe ins Bett und stehe auf, wann Du möchtest. Deine Eltern werden morgens nicht mehr an Deine Tür klopfen, um Dich zu wecken. Und auch Du musst auf niemanden mehr Rücksicht nehmen, wenn Du Musik hörst, die sonst niemandem gefiel. Falls Du in eine eigene Wohnung ziehst, ist auch das Bad immer frei, und Du musst auf niemanden warten.

Du bekommst ein neues Verhältnis zu Familie und Zuhause

Wenn Du einmal ausgezogen bist, wirst Du vielleicht einige Dinge von zu Hause vermissen. Das kann der gute Kuchen sein, der nur bei Mama gut schmeckt, der Geruch von Deinem Zuhause oder Deine Familienmitglieder selbst. Für Dinge, die in den letzten Jahren ganz selbstverständlich waren, entwickelst Du viel mehr Dankbarkeit und Bewusstsein. Du wirst sehen, wie viel Deine Familie vorher eigentlich für Dich getan hat. Müll rausbringen, Wäsche waschen, den Einkauf erledigen usw. Du wirst beginnen, die kleinen Dinge viel mehr zu schätzen.

Du wirst seltener zuhause sein und Deine Familie natürlich nicht mehr so häufig sehen. Dadurch habt Ihr Euch aber immer etwas zu erzählen, streitet weniger über Kleinigkeiten und schöpft Eure Zeit zusammen besser aus.

Und wie es leider so ist – es gibt immer zwei Seiten der Medaille. Denn wenn Du zuhause ausziehst, wirst Du auch einige negative Seiten bemerken:

Kosten

Ein definitiv nicht zu unterschätzender Punkt sind die Kosten, die auf Dich zukommen werden. Dazu zählen nicht nur Miete, Strom und andere Nebenkosten, sondern auch Dein Wocheneinkauf. Vielleicht unterstützen Dich Deine Eltern während des Studiums noch, aber trotzdem musst Du lernen, zu sparen und den Überblick über Deine Finanzen zu behalten.  Am Anfang des Monats kommt es Dir vielleicht noch so vor, als ob Du auf jeden Fall genug Geld hast, doch wir alle wissen, wie schnell das liebe Geld wieder ausgegeben ist. Also lass‘ Dich nicht täuschen und denke vorausschauend. Unerwartete Ausgaben wie Reparaturen o. ä. solltest Du immer im Hinterkopf behalten.

Du trägst mehr Verantwortung

Du musst lernen, Verantwortung zu übernehmen. Nach Deinem Auszug bist Du allein dafür zuständig, dass Rechnungen bezahlt werden, der Müll rausgebracht wird und die Wäsche aufgehangen wird. Dazu zählt auch, dass Du Deine Zeit effektiver einteilen musst. Denn neben dem Studium musst Du zu Hause nicht nur lernen, sondern Deine Wohnung auch sauber halten. Du solltest Dir angewöhnen, vorauszuplanen. Du sparst zum Beispiel eine Menge Zeit, wenn Du Dir für die gesamte nächste Woche überlegst, was Du essen möchtest. So gehst Du nur einmal einkaufen und hast alles im Haus, was Du brauchst.

Heimweh

Vielleicht hängst Du sehr an Deinem Zuhause und Deiner Familie. Dann fällt das Ausziehen wesentlich schwerer. Vor allem wenn man in eine fremde Stadt zieht oder aus dem beschaulichen Dorf in die große, laute Metropole. Du kennst Dich selbst am besten und musst abwägen, ob Du damit klarkommst, plötzlich auf eigenen Füßen zu stehen. Doch manchmal macht man sich vorher selbst viel zu viel Gedanken, wodurch der Schritt viel größer wirkt, als er eigentlich ist. Klar ist es am Anfang eine Umgewöhnung, doch Dein Heimweh wird mit der Zeit nachlassen. Außerdem kannst Du Deine Familie immer wieder besuchen oder mit ihnen telefonieren und skypen. Vielleicht tritt Dein Heimweh auch gar nicht ein, wenn Du erst einmal in Deinen eigenen vier Wänden sitzt und merkst, dass auch das toll sein kann. Und wenn Du Dir Deine Zukunft ausmalst, willst Du doch sicher nicht für immer bei Deinen Eltern wohnen, oder?

Und bedenke: Selbst wenn es so wirkt, als sei dieser Schritt unumkehrbar, kannst Du ihn jederzeit rückgängig machen. Wenn es Dich beruhigt, kannst Du Dir immer wieder sagen, dass Du jederzeit wieder zuhause einziehen kannst, wenn Du es möchtest.

Wie Du siehst, hat es sowohl Vor- und Nachteile, zu Hause zu wohnen oder auszuziehen. Wie so oft im Leben muss man für sich ganz persönlich abwägen, was die bessere Lösung ist. Dabei spielen natürlich auch immer individuelle Faktoren eine Rolle.

Wohnst Du noch zu Hause oder bist Du schon ausgezogen? Und warum hast Du Dich für welche Variante entschieden? Wir freuen uns immer, von Euren Erfahrungen und Tipps zu hören und vielleicht hilfst Du damit auch unseren anderen Lesern bei ihrer Entscheidung 😊

 

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Michelle Schnackenberg

Michelle Schnackenberg

Michelle steckt in den letzten Zügen ihres „irgendwas mit Medien“-Studiums. Ihre Freizeit verbringt sie am liebsten in den Münchener Bergen, an der Nordsee oder mit der Nase in einem guten Buch. Ansonsten ist sie gerne kreativ, zeichnet, fotografiert, näht, musiziert und schreibt.
Michelle Schnackenberg