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Unsere Geschichte

„Das Potenzial war offensichtlich da, aber beide hatten Zweifel, ob hier Raum für ein Business ist.“

 

„Es ist faszinierend, wie man aus Büchern, die für manche Menschen Müll waren, wieder einen Wert erschaffen kann.“

Lutz und Miha Geschichte

Alles begann mit einer Mensa-Verabredung von Micha und Lutz. Sie trafen sich während der Promotion regelmäßig in einem kleinen Gruppenraum in der Zentralbibliothek der Uni Hohenheim, um sich auszutauschen. Und wie es sich für das Leben und Arbeiten an der Uni gehört, ging es mittags natürlich zum Essen in die Mensa.

Während Lutz auf Micha im Eingangsbereich der Bibliothek wartete, fiel ihm ein Regal am Ausgang ins Auge. Es enthielt lauter Bücher für je 2 Euro zum Verkauf. Als Micha dazukam, nahm er ein Buch und meinte, es sei doch mehr wert als 2 Euro! Also kauften sie es, stellten es privat online und verkauften es für 30 Euro. Schnell merkten die beiden: Der Bedarf nach gebrauchten Fachbüchern ist vorhanden. Es war immer ein leichter Kick, wenn die Verkaufsbestätigung ins E-Mail-Postfach trudelte – da könnte was draus werden. Doch kurze Zeit später durften nur noch 2 Bücher pro Person mitgenommen werden – man hatte den beiden einen Riegel vorgeschoben, da die Regale schnell leer waren. Wo konnte man nun weiter nach Büchern schauen?

Micha Anfänge Studibuch

Also setzten sich Lutz und Micha ins Auto und klapperten die verschiedensten Bibliotheken in der Region Stuttgart ab, um nach weiteren Büchern zu suchen. Auch vor eBay machten die beiden nicht Halt. So kam es doch vor, dass sie fast jedes Wochenende mit einem Transporter durch halb Deutschland gefahren sind und massenweise gebrauchte Bücher einkauften. Nun standen neue Fragen im Raum: Wollen wir wirklich jedes Wochenende durch halb Deutschland fahren, um Bücher einzusammeln? Haben wir so lange studiert, um samstags Flohmärkte nach Büchern durchzustöbern? Dieses „Vagabundenleben“ funktionierte zwar super als Nebenverdienst und war der scherzhafte Plan B, falls alles andere im Leben scheitere. Denn das Potenzial war offensichtlich da, aber beide hatten Zweifel, ob hier Raum für ein Business ist. Trotzdem füllte sich der Keller von Lutz‘ Stiefvater mit Kartons voller Bücher. Jedes einzelne wurde erfasst, geprüft und online gestellt. Immer mehr Zeit wurde am Wochenende investiert, um Bücher zu besorgen.

Aber es faszinierte beide, wie man aus Büchern, die für manche Menschen Müll waren, wieder einen Wert erschaffen kann. Und irgendwie standen sie bereits mit einem Fuß in der Re-Commerce-Branche. Es gab keinen Internetauftritt und keine Idee, wie es weitergehen könnte.

Und irgendwie standen sie bereits mit einem Fuß in der Re-Commerce-Branche. Es gab keinen Internetauftritt und keine Idee, wie es weitergehen könnte.
Dann war Micha erstmal für ein paar Monate im Ausland. Es war Durchschnaufen angesagt, denn das ständige Unterwegssein und Bücher verkaufen war ziemlich kräfteraubend. In dieser Zeit machte sich Lutz Gedanken, ob dieser nette Nebenverdienst nicht doch mehr Potential hat und wie es weitergehen könnte.
Nachdem Micha wieder zurückgekehrt war, trafen sie sich wie gewohnt zu einer Tasse Kaffee. Lutz stieß nochmals das Thema Bücher an – Micha war auch überzeugt, für beide war die Idee und der Zeitpunkt perfekt. Voller Euphorie kam die erste Handlung: Das Baby brauchte einen Namen! Schnell einigten sie sich auf Studibuch, setzten sich in ihr kleines Kabuff in der Bibliothek und schmiedeten einen Businessplan.

Pakete Lutz Geschichte
Die ersten Pakete kamen bei Lutz zuhause an

Lutz brachte dieses Wissen aus seiner Studienzeit mit. Während des Studiums war er Mitarbeiter bei einem mittelständischen Beratungsunternehmen, das Businesspläne für andere kleine, mittelständische Unternehmen erstellte. Dort lernte er nicht nur das Schreiben von Businessplänen, sondern schaute bei seinem Chef einige Kompetenzen ab: wie man mit Menschen umgeht, Dinge richtig anpackt und strukturiert. Zweifellos zählt dieser Mensch zu den wichtigsten Vorbildern für Lutz‘ eigenes Schaffen. Und ohne diesen Job hätte er Micha wohl nicht wieder angesprochen, denn das Know-How vom Businessplan bekommt man nicht unbedingt im Studium beigebracht. Auch der Stiefvater von Lutz zeigte volle Begeisterung und sorgte für ein kleines Startinvestment – nun konnte es endlich richtig losgehen!

Doch mit diesem Geld kamen die ersten Ängste. Denn mit dem Investment merkten Lutz und Micha, dass aus der Freizeitaktivität nun ernst wurde. Jetzt hatten sie die Verpflichtung, ihre Idee zu optimieren. Gleichzeitig kam die Erkenntnis, dass jetzt irgendwas im Leben für Studibuch leiden muss. Ist es die Arbeit, die Freizeit oder die Uni? Schlussendlich war es die Uni, die mehr und mehr reduziert wurde.

Schnell tauchte die ersten Hürden auf. Mit ihrem ersten Werkstudenten und Michas Bruder wurde ein System entwickelt, das Preise abfragt. Allerdings brauchten sie noch ein Shop-System, das teurer als gedacht und mit dem selbstentwickelten System nicht kompatibel war. Es war leider nur „für die Tonne“. Diese Erkenntnis traf die beiden schwer. Leider waren es auch Freunde, die das Vorhaben der beiden belächelten. Sie stempelten Lutz als „Bücherkönig“ ab. Oder die Familie, die der Meinung war, er soll doch lieber „was gescheites“ machen und seinen sicheren Job an der Uni nicht vernachlässigen.

Härtester Gegenspieler für Studibuch war die Zeit. Eine Woche hat nur 7 Tage, ein Tag nur 24 Stunden. In dieser Zeit einen Vollzeitjob, Freunde, Freundin, Familie, Hobbys, Erholung und Studibuch unterzubringen ist alles andere als einfach. Die Bücherkisten zu Hause sollten sich nicht stapeln, alle Aufträge wurden schnellstmöglich bearbeitet. Aber diese Vorgehensweise kostet Zeit.

Geschichte Studibuch Lutz

"Schwierige Entscheidungen sind nötig, um weiterzukommen"

Eine besonders schwierige Entscheidung für Lutz war schließlich, seinen unbefristeten Job an der Uni und die Möglichkeit einer anderen Stelle an der Uni aufzugeben, um Bücher im Internet zu verkaufen. Aber er glaubte an seine Idee und packte die Gelegenheit am Schopf, aus der Bürokratie der Uni zu entfliehen und ein Unternehmen nach seinen Vorstellungen aufzubauen. Das Unternehmen wuchs, doch ein Vorfall sollte die Zukunft Studibuchs prägen: Um Kosten zu sparen, musste entweder Micha oder Lutz das Unternehmen verlassen. Sie einigten sich darauf, dass Lutz mit Studibuch weitermachen wird.

„Eine Firma wie ein neugeborenes Kind. Am Anfang ist alles happy, die ersten Schritte folgen. Dann kommen die ersten Momente, in denen die ersten Zähne weh tun usw. Es fällt halt immer wieder mal auf die Fresse. Das gehört einfach dazu, man muss halt wieder aufstehen.“

Diese Krise wurde gestemmt, und 2018 erreichte Lutz mit Studibuch einen ersten Meilenstein: 1 Million Euro Umsatz! Doch das hieß für Lutz weitaus mehr als nur das Geld. Es war für ihn die Bestätigung, dass ihre Idee alles andere als zu belächeln war. Es zeigte allen da draußen, die nicht an ihn glaubten, dass Bücher immer noch gekauft werden. Aber es zeigte ihm selbst auch, dass er ein Unternehmen nach seinen eigenen Vorstellungen aufgebaut hatte. Das war für ihn der größte Erfolg. Nun zeigten die Menschen Begeisterung. Er war nicht mehr der Bücherkönig, sondern ein ernstzunehmender Unternehmer, der es von der Arbeiterklasse zur Promotion und seinem eigenen Unternehmen geschafft hat.

„Ein Gründer geht Hand in Hand mit seinem Unternehmen, mit allen Facetten – es ist das Spiegelbild der Seele des Gründers.“

Roadmap Studibuch Anfänge

Doch Studibuch ist erst noch am Anfang! Lutz hat nun das Ziel, Studibuch als solides mittelständisches Unternehmen weiterzuentwickeln, das gute Werte vorlebt und sich sozial und ökologisch engagiert. Denn bei Studibuch stand von Anfang an der Nachhaltigkeitsgedanke an oberster Stelle.